Let's talk guitar

Let's talk guitar

Transkript

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00:00:00: (Ruhige Musik) Willkommen bei einer neuen Folge von "Let’s Talk Guitar".

00:00:00: Diesmal allerdings etwas anders, wie ihr mit Sicherheit merkt.

00:00:00: Denn der liebe Justin ist auf der NAMM.

00:00:00: Da wird er bestimmt noch einiges zu berichten haben.

00:00:00: Und heute bin ich mit unserem lieben Podcastkollegen dem Robin dabei.

00:00:00: Jawoll, find ich super.

00:00:00: - Servus.

00:00:00: Endlich können wir abnörden.

00:00:00: - Endlich, ja.

00:00:00: Ich hab mich auch sehr gefreut auf diese Folge, wo wir endlich mal über Technik abnörden können.

00:00:00: Ja, aber keine Spieltechnik diesmal tatsächlich.

00:00:00: Nee, tatsächlich nicht.

00:00:00: Mal was anderes.

00:00:00: - Auf jeden Fall.

00:00:00: Worüber reden wir denn heute, Robin?

00:00:00: Ja, erst mal, dir geht’s ja hoffentlich auch gut.

00:00:00: Aber natürlich.

00:00:00: Dich ja, mir geht’s super.

00:00:00: "Schlaflose Nächte" hab ich gehört, hattest du in letzter Zeit.

00:00:00: Ja, tatsächlich.

00:00:00: Ich hab mich sehr stark mit dem FM9 auseinandergesetzt.

00:00:00: Bin immer noch dran und bin absolut happy.

00:00:00: Aber da kommen wir gleich noch zu.

00:00:00: Wenn da noch was kommt, dann bohre ich da gar nicht weiter nach.

00:00:00: Unser Thema heute ist ein bisschen "digitales Setup".

00:00:00: In verschiedenen Umgebungen haben wir uns ausgedacht.

00:00:00: Genau.

00:00:00: Als Thema.

00:00:00: Und für mich ist ja so ein Setup ...

00:00:00: Ich spiel ja meist nur zu Hause und weniger Proberaum oder so.

00:00:00: Und schon gar nicht auf der Bühne.

00:00:00: Und da dachte ich, wir könnten heute mal den Fabian ein bisschen ausquetschen.

00:00:00: Wie das sich eigentlich so verhält.

00:00:00: Was man beim Sound beachten muss, bei der Technik vielleicht.

00:00:00: Ja?

00:00:00: - Also, in all diese Richtungen.

00:00:00: Eine Frage kurz an dich, Robin.

00:00:00: Wie hast du denn damals so die Berührungspunkte gehabt?

00:00:00: Hast du damals mit dem Röhrenverstärker angefangen?

00:00:00: Ja, ich hatte einen Hybrid ...

00:00:00: Hybrid ...

00:00:00: (Lachen) Röhrenverstärker.

00:00:00: - Hybrid.

00:00:00: Ein Marshall 8080 Wolfs Day.

00:00:00: Ach, mach witzig.

00:00:00: Genau denselben hatte ich auch.

00:00:00: Ja, und ich muss auch sagen, der war ...

00:00:00: speziell.

00:00:00: Also, er war nicht so geil, aber man konnte viel damit machen.

00:00:00: Und ja, ich hab natürlich zu Hause mal den geilen Sound gehabt.

00:00:00: Hat das bei mir zu Hause mal richtig schön eingestellt.

00:00:00: Ja, dadurch, dass der Hybrid ist, konnte man den halt auch relativ leise ganz gut spielen.

00:00:00: Ich hatte aber immer das Problem, im Proberaum kam der irgendwie gar nicht richtig durch.

00:00:00: Also, die anderen Instrumente haben den quasi weggedrückt.

00:00:00: Und dann braucht man immer was Lauteres.

00:00:00: Das heißt ...

00:00:00: Aber gut, bei mir war nix Lauteres gekommen.

00:00:00: Irgendwann mal ein Mesa, aber der war dann zu laut.

00:00:00: Du hast einen Mesa gehabt?

00:00:00: - Jaja, ja.

00:00:00: Was ist das für einen gehabt?

00:00:00: - Ja, ist ja ein F-40 oder so was.

00:00:00: Ah, okay, okay, nice.

00:00:00: Das ist so ein Vorgänger von den Mark-Geräten aus den 80ern.

00:00:00: Ich hatte mal den Nomad, ich weiß nicht, ob du den kennst.

00:00:00: Nee, das ist noch vor dem Nomad.

00:00:00: Mit einem megageilen Lautsprecher drin, einem Black Hawk.

00:00:00: Oh ja, die sind sehr beliebt.

00:00:00: Der klang halt clean, megageil.

00:00:00: Aber das Ding war halt nichts für zu Hause.

00:00:00: Nein, Gottstöhn.

00:00:00: Da hatte ich wieder das andere Problem, ne?

00:00:00: So ’ne 50-Watt-Vollröhre.

00:00:00: Damals waren halt auch so Geräte, die man zwischenschalten kann, einfach superteuer.

00:00:00: Heute ist das immer noch so, aber nicht mehr so schlimm.

00:00:00: Das waren so meine Anfänge mit Gitarren und Band und Bühne.

00:00:00: Und, ja, gibt’s auch ein paar nette Stories.

00:00:00: Vielleicht ...

00:00:00: - Sehr geil.

00:00:00: Komme irgendwann mal in irgendeinem Podcast dazu, Stromschläge bei einem Auftritt bekommen habe.

00:00:00: Oh ja, ja, natürlich.

00:00:00: - Also die ganze Band.

00:00:00: Aber das ist ’ne Geschichte für ...

00:00:00: Wenn die beiden erst mal richtig passen, dann können wir über Stromschläge bei Auftritten sprechen.

00:00:00: Eine Frage an dich.

00:00:00: Was würdest du denn heute, weil es gibt ja heute, das ist der Vorteil, es gibt so wahnsinnig viele Möglichkeiten, wie man sich verstärken kann, sei es zu Hause oder auf der Bühne.

00:00:00: Was würdest du denn jetzt zum Beispiel einem Anfänger raten, der nicht weiß, was er tun soll, der jetzt gerade mal angefangen hat zu spielen und all diese Geräte auch irgendwie mal so mitbekommen hat?

00:00:00: Sagen wir, du wärst Verkäufer.

00:00:00: - Ich wär Verkäufer.

00:00:00: Robin, was kannst du mir empfehlen?

00:00:00: Also, du musst dir auf jeden Fall den FM9 kaufen.

00:00:00: (Lachen) Mal realistisch bleiben, ne?

00:00:00: - Ja, und dann nach einer Woche gibst du das Ding wieder ab und hast keinen Bock mehr aufs Hobby.

00:00:00: Nein, das auf keinen Fall.

00:00:00: Nee, ich würd relativ klein denken.

00:00:00: Also, wenn der Geldbeutel klein ist oder so, würd ich wahrscheinlich so ’nen Mini-Amp-Dings nehmen, so ’nen, weiß nicht, Palma, MK, irgendwas, Plexi, Pedal-Dings, was ich halt irgendwo direkt an irgendeine Box anschließen kann.

00:00:00: So was in ’ner Art würd ich nehmen.

00:00:00: Irgendwas ganz Einfaches, was einem schon so ’n bisschen vom Sound gefällt, was auch klingend gut klingt, wo man ’n bisschen mit dem Gain spielen kann.

00:00:00: Und wo man eigentlich erst mal ganz glücklich ist und wo man auch relativ guten und direkten Sound hat.

00:00:00: Weil so Multi-Effektgeräte und so was zum Anfang können einen, wenn man da zu tief reingeht, echt auch fordern.

00:00:00: Bin ich kein großer Freund von, grade am Anfang nicht.

00:00:00: Das Problem ist, am Anfang willst du erst mal was spielen.

00:00:00: Wenn du anfängst, hier zu suchen, da zu suchen.

00:00:00: Das Schlimme ist, wenn du anfängst, du hast ja, ehrlich gesagt, gar keine Ahnung von der Materie Sound.

00:00:00: Du weißt gar nicht, worum geht’s da eigentlich, und vor allen Dingen, was willst du erreichen?

00:00:00: Was brauchst du um bestimmte Parameter?

00:00:00: Das ist ja so ’ne Riesen-Lernkurve.

00:00:00: Ich hab da keine Meinung, normalerweise, das ist der Idealfall.

00:00:00: Du würdest tatsächlich mit etwas anfangen, was auch sehr auf die Spielweise eingeht.

00:00:00: Also am Anfang ’n bisschen mehr, was nicht kompliziert ist.

00:00:00: Also wirklich nur irgendwie ...

00:00:00: eine Klangregelung, Bass, Middle, Treble.

00:00:00: Zwei Kanäle, einmal clean, einmal Drive und was weiß ich, ’ne Transistor-Kiste.

00:00:00: Im Idealfall sogar tatsächlich ’n kleines Röhrending.

00:00:00: Ich sag auch, warum.

00:00:00: - Das kann man auch machen, ja.

00:00:00: Ich sag auch, warum.

00:00:00: Weil ich glaube tatsächlich, es gibt da so ’n paar Unterschiede, digital, analog, die auf jeden Fall da sind, darüber können wir nachher auch mal sprechen.

00:00:00: Aber ich glaube, dass am Anfang superwichtig ist, einfach auch über die Dynamik des Spiels, da was draus zu lernen.

00:00:00: Weil das Ding ist halt, man kann ja auch viel mit Plug-ins arbeiten und Presets und so weiter und so fort, aber man kriegt eigentlich kein richtiges Gespür, wie zum Beispiel es im Raum klingt.

00:00:00: Das ist zum Beispiel die ...

00:00:00: Lass uns doch mal über diese Situation sprechen, Thema "Wie hört man sich ab?" "Wie fängt man an?" oder "Was für ’n Setup kann man fahren?" Lass uns da verschiedene Szenarien durchgehen.

00:00:00: Sagen wir der klassische Bedroom-Player.

00:00:00: Ohne es negativ zu meinen.

00:00:00: Bedroom-Player?

00:00:00: - Ja, es ist nicht negativ gemeint.

00:00:00: Nein, es ist ja cool.

00:00:00: Es macht ja Spaß und darum geht’s.

00:00:00: Aber jemand, der keinen Proberaum hat, keine Band, der einfach für sich zu Hause spielt.

00:00:00: Was würdest du da zum Beispiel für ’n Setup fahren?

00:00:00: Oder was würdest du da machen?

00:00:00: Welche Möglichkeiten gibt es da?

00:00:00: Um Gottes Willen.

00:00:00: Ich mein, jeder kann sich ...

00:00:00: Als Einsteiger kann ich hingehen und mir ’ne kleine Combo kaufen, die schon viel kann.

00:00:00: Mein fing auch mit ein paar Effekten drin.

00:00:00: Ich hab gehört, diese Katana-Dinger sind gar nicht so schlecht.

00:00:00: Ja, auf jeden Fall.

00:00:00: - Für Einsteiger.

00:00:00: Aber jetzt in meinem Fall ist das ja so, ich spiele meist über Boxen, also Monitorboxen hier, und gar nicht mal über ’n Verstärker.

00:00:00: Und meist über VST-Plakke ins Direkt und hab einfach ’n Audiointerface.

00:00:00: So, das ist halt mein Setup, weil ich mir ...

00:00:00: Ja, ich bin natürlich experimentierfreudig und ich mag aber auch verschiedene Gitarrensounds und die Feelings, die dadurch entstehen, wenn man bestimmte Sounds verwendet.

00:00:00: Deswegen auch diese alten Plexis oder so, die klingen auch irgendwo geil, aber die kann man natürlich nicht unbedingt für Metal nutzen.

00:00:00: Das find ich halt geil, da ist man halt so sehr flexibel.

00:00:00: Als Einsteiger würd ich mir aber vorstellen, das könnte dann irgendwo einen auch überfordern, weil man sich zu sehr auf den Sound konzentriert.

00:00:00: Mhm.

00:00:00: - Was nicht so viel Sinn macht.

00:00:00: Von dem man meist auch noch keine richtige Vorstellung hat.

00:00:00: Genau.

00:00:00: - Und deswegen, ich glaube, das Problem, was viele auch haben, lass uns doch mal ’n Stück vorspulen und sagen wir jemand, der jetzt nicht genau weiß, was soll ich tun.

00:00:00: Oder doch jemand, der weiß, was er tun will.

00:00:00: Und zwar sagt er, okay, ich möchte jetzt mal die digitale Welt ausprobieren.

00:00:00: Er kommt aber aus der analogen Welt, lass es mal so anfangen.

00:00:00: Das ist ein guter Punkt.

00:00:00: Er kennt das so, dass er seit, sagen wir mal, seit 15 Jahren im Proberaum seinen Marschall gespielt hat laut mit der Band.

00:00:00: So.

00:00:00: - Ja.

00:00:00: Und der kauft sich jetzt ...

00:00:00: was auch immer es ist, sei es Tonex, sei es Fractal, sei es Quad Cortex, um schön hier Werbung zu machen für die Leute.

00:00:00: (Lachen) Kauft sich jetzt so ’n Teil.

00:00:00: Und was würdest du denken passiert?

00:00:00: Ich glaube, als Erstes wird erst mal ’ne Enttäuschung stattfinden, weil der Sound halt nicht so klingt wie aus ’ner Gitarrenbox heraus.

00:00:00: Gutes Stichwort.

00:00:00: - Dass die Bewegung in der Luft ist halt nicht so.

00:00:00: Und es wird auf jeden Fall, wenn er vorher komplett analog gespielt hat, wird er ...

00:00:00: das Gefühl haben, ’ne leichte Verzögerung drin zu haben.

00:00:00: Also, bei den digitalen Geräten hat man ja immer ’ne leichte Verzögerung.

00:00:00: Genau, lass uns darüber mal sprechen.

00:00:00: Die digitalen Geräte haben immer so ’ne ...

00:00:00: - Also, Lattenz.

00:00:00: Genau, Millisekunden halt.

00:00:00: Es gibt Leute, die spüren das sehr.

00:00:00: Und es gibt Leute, die denken, dass die’s fühlen.

00:00:00: Das gibt’s auch.

00:00:00: - Ja.

00:00:00: Und ich sag mal, alles, was so unter ...

00:00:00: Ich weiß nicht, wie empfindlich du da bist.

00:00:00: Weiß nicht, zehn vielleicht?

00:00:00: Ja, zehn ist schon ...

00:00:00: Zehn ist schon ordentlich, aber ...

00:00:00: Ich merk den Tonex auf jeden Fall.

00:00:00: Ja, natürlich.

00:00:00: Ich komm ja auch vom Röhren-Empf und ich merk natürlich minimal was.

00:00:00: Aber ...

00:00:00: ist es so sehr, dass es mich stört?

00:00:00: Eigentlich nicht.

00:00:00: Aber es ist ungewohnt, das wollt ich damit ausdrücken.

00:00:00: Wenn jemand so dieses direkte Spiel mit dem Lautsprecher ...

00:00:00: Es kommt ja auch ein bisschen drauf an, wo er im Proberaum, wenn der Amp drei, vier Meter weit entfernt steht, hat der auch ’ne Lattenz drin.

00:00:00: Genau.

00:00:00: Ein Meter, eine Millisekunde.

00:00:00: Ja, also, wenn er sieben Meter davon entfernt steht, ist er beim digitalen Gerät.

00:00:00: So ungefähr.

00:00:00: - Mal blöd gesagt.

00:00:00: Ja, gut, aber ich sag mal, die meisten ...

00:00:00: die wir jetzt angesprochen haben, haben maximal drei bis fünf Millisekunden Lattenz.

00:00:00: Das ist nicht wirklich viel.

00:00:00: Das Problem bei den digitalen Geräten, also wenn man jetzt nicht gerade ein Gerät benutzt, sondern zum Beispiel auch noch Pedale oder so was dazwischenschaltet, dann kumulieren sich halt Latenzen.

00:00:00: Wenn es digitale Geräte sind.

00:00:00: - Genau.

00:00:00: Wo man aber beispielsweise beim Reverb meist gar nicht das Problem hat, weil der im Prinzip das Standardsignal durchlaufen lässt und den Halt zum Beispiel oben drauflegt.

00:00:00: Im Prinzip, da merkt man das gar nicht.

00:00:00: Aber bei Modulationseffekten merkt man’s halt.

00:00:00: Da merkt man’s.

00:00:00: - Genau.

00:00:00: Und bei Delays ist es vollkommen egal.

00:00:00: Bei Delays hat man eben Delay.

00:00:00: - Ist auch verzeigert.

00:00:00: Nee, aber das sind so diese Dinge, wenn man dann halt auf ...

00:00:00: ja, Multi-Effekt oder irgendwas setzt, da wird man schon mit konfrontiert, so ein bisschen.

00:00:00: Aber ich finde eigentlich, der größte Unterschied ist halt dieses Spielgefühl.

00:00:00: Gitarrenbox versus zum Beispiel Monitorboxen.

00:00:00: Genau, lass uns darüber mal sprechen.

00:00:00: Das ist halt ein Negerunterschied.

00:00:00: Es gibt verschiedene Setup-Möglichkeiten, die man fahren kann.

00:00:00: Die erste Erfahrung, die die meisten haben, die spielen dann über Studiomonitore.

00:00:00: So, und wenn jetzt jemand aus der analogen Röhrenwelt kommt und noch nie im Studio war oder noch nie zu Hause irgendwie ...

00:00:00: Du kannst ja auch deinen Röhrentopteil einschleusen in der Oxbox oder mit irgendeinem ...

00:00:00: Cabloader und kannst es dann über die Boxen hören.

00:00:00: Also, wenn du diese Erfahrung hast, dann bist du das mehr oder weniger gewohnt.

00:00:00: Weil es im Grunde genommen genau das macht.

00:00:00: Es ist quasi ein Signal, was hinterher dann durch eine IR, Impuls Response ...

00:00:00: Was ist eine IR?

00:00:00: Kannst du das erklären?

00:00:00: Ach, quasi ein virtueller Lautsprecher-Cap.

00:00:00: Genau, der abmikrofoniert ist.

00:00:00: - So kann man das sagen.

00:00:00: Ein mikrofonierter Lautsprecher-Cap.

00:00:00: Perfekt, genau, sehr gut.

00:00:00: - Sehr schön.

00:00:00: Sehr, sehr gut.

00:00:00: Und die Technologie gibt’s übrigens schon extrem lange.

00:00:00: Ich weiß nicht, ob du das weißt.

00:00:00: - Stimmt.

00:00:00: Die ist echt schon furchtbar lang unterwegs.

00:00:00: Mittlerweile wird eigentlich von allen benutzt, auch live.

00:00:00: Es gibt kaum noch Leute, die ein Amp tatsächlich so abnehmen.

00:00:00: Es gibt immer noch Liebhaber, die das dann tatsächlich machen.

00:00:00: Die spielen dann auch voll analog, das ist okay.

00:00:00: Aber selbst große Leute, die ...

00:00:00: - Das ist das ganze Andere.

00:00:00: Hab ich letztens noch gelesen, Scott Henderson zum Beispiel, der hat eine sehr gute IRs.

00:00:00: Der geht in seine Super-Reactive-Loadbox und von da aus speist er die IRs raus.

00:00:00: Der hat ein verdammt gutes Gehör und ist sehr pingelig.

00:00:00: Und er sagt, er kann keinen Unterschied feststellen.

00:00:00: Ich glaub, die Unterschiede ist es egal.

00:00:00: Es muss einem einfach gefallen, was am Ende da rauskommt.

00:00:00: Ein guter Stichpunkt.

00:00:00: Am wichtigsten ...

00:00:00: Genau, man darf sich nicht immer davon blenden lassen, ich hab jetzt hier ein echtes Mikrofon.

00:00:00: Das ist dann viel dynamischer und hin und her.

00:00:00: Ich hab diese Experimente alle gemacht und muss sagen, mit der IR hatte ich immer einen besseren Sound.

00:00:00: Egal.

00:00:00: Auch da gibt’s verschiedene Hersteller und Geschmäcker.

00:00:00: Ich find’s halt spannend, was IRs angeht und man hat die Möglichkeit, damit mit rumzuspielen.

00:00:00: Es ist interessant, wie die Klangfärbung sich verändert von verschiedenen Amps.

00:00:00: Und ...

00:00:00: weiß nicht, der eine klingt halt geil auf dem Lautsprecher, der andere halt nicht so.

00:00:00: Also, Capgehranam, das hat man.

00:00:00: Es ist auch definitiv ein Rabbit Hole.

00:00:00: Das ist zum Beispiel das Nächste, was passieren kann.

00:00:00: Und ich finde da ...

00:00:00: Ich sag mal so, wenn jemand zu mir kommen würde und sagte, er hat sich einen Tonex gekauft oder eins von den anderen Dingern, würd ich erst mal sagen, pass auf, mach Folgendes, nimm dir zwei Wochen Zeit, spiel damit einfach nur rum.

00:00:00: Probier Presets aus.

00:00:00: Mach dich damit vertraut mit dem Gerät.

00:00:00: Einfach, um erst mal so zu checken, was kann dich erwarten.

00:00:00: Genau.

00:00:00: Ich glaube, das ist ein ganz wichtiger Prozess, auch wenn viele jetzt sagen würden, ja, aber das verwirrt doch total das Ohr.

00:00:00: Das ist vollkommen okay am Anfang.

00:00:00: Du musst dich erst mal dran gewöhnen, weil der Mensch ist ein Gewohnheitstier.

00:00:00: Wenn ich jetzt ein Jahr auf Tour gehe und ich spiel das mit Röhrenamp, dann werde ich wahrscheinlich etwas Schwierigkeiten haben, mich wieder an das Digitale zu gewöhnen.

00:00:00: Weil es eine andere Arbeitsweise ist, eine andere Haptik, eine andere Optik.

00:00:00: Es fühlt sich anders an beim Spielen, es ist wesentlich direkter.

00:00:00: Vom Klang reden wir nicht, weil ich glaube, da sind wir mittlerweile so weit, dass man keinen richtigen Unterschied mehr wahrnimmt.

00:00:00: Das ist, glaub ich, eher so eine Gefühlsache.

00:00:00: Man muss nämlich aufpassen, dass man da nicht zu schnell mit den Augen hört.

00:00:00: Ja, ich denk mir immer so, kann ich mir überhaupt diesen Amp, den ich da als Capture habe ...

00:00:00: Natürlich nicht.

00:00:00: ...

00:00:00: könnte ich mir im Leben nicht leisten.

00:00:00: Also auch nicht so viele.

00:00:00: So ein Driftwood oder so was für 3000 Euro, das kauft man sich nicht einfach.

00:00:00: Was ich allerdings bei richtigen Amps schön finde, ist die Haptik mit den Drehknöpfen.

00:00:00: Du hast das Gefühl, du könntest das für dein Ohr 100 Prozent einstellen.

00:00:00: Absolut.

00:00:00: Aber das ist ja auch das, was du dann ...

00:00:00: Ich sag mal, im Proberaum oder zu Hause machst du deinen Sound fertig.

00:00:00: Oh ja, da müssen wir auch was überreden.

00:00:00: Und dann hörst du diesen Sound und bist damit sehr zufrieden.

00:00:00: Hast das aufs Feinste mit deinem Amp eingestellt.

00:00:00: Gehst dann raus in eine andere Umgebung und denkst so, boah, das klingt wie kurze, ne?

00:00:00: Das ist mir früher eigentlich immer passiert.

00:00:00: Also, egal ob multi-analog oder sonst was.

00:00:00: Da hab ich einen guten Trick.

00:00:00: Da hab ich einen sehr guten Trick.

00:00:00: Und zwar würd ich’s immer so machen, wenn du Sounds für zu Hause einstellst.

00:00:00: Also, gerade mit digitalen Geräten ist das alles kein Problem.

00:00:00: Du machst ja Presets.

00:00:00: Wenn du’s zu Hause einstellst, stellst du so ein, dass es für dich zu Hause super klingt, dass du Spaß hast.

00:00:00: Wenn du für den Proberaum Sound einstellen willst, entweder bist du sehr hörerfahren und weißt, worauf du dich verlassen kannst, oder du machst es so, und das empfehle ich auch, du musst mindestens ’ne Abhörlautstärke von 80 dB haben, damit’s realistisch ist.

00:00:00: Am besten sogar, wenn du die Möglichkeit hast im Band-Kontext.

00:00:00: Ich probier aus.

00:00:00: Da können wir gleich auch noch über die verschiedenen Anbieter reden, wie zum Beispiel Capture-Technologie oder Modeling, was Vor- und Nachteile vielleicht sind bei dieser Geschichte.

00:00:00: Und meine Erfahrung ist, dass das der beste Weg ist.

00:00:00: Und jetzt kommt der Trick.

00:00:00: Der Trick ist folgender, wenn du das mit einem Sound gemacht hast, so, dann nimmst du den und checkst den in deinem Studio.

00:00:00: Und ich wette mit dir, dass er in ’nem Studio wird dir nicht gefallen.

00:00:00: Das Ding ist, aber wenn du jetzt neue Sounds machen willst, dann passt du die einfach an.

00:00:00: Ungefähr.

00:00:00: Es gibt zum Beispiel so was wie ...

00:00:00: Frequenzanalyse.

00:00:00: Das ist ...

00:00:00: Ich bin kein Riesenfren davon.

00:00:00: Das kann man aber benutzen.

00:00:00: Das sind dann quasi ...

00:00:00: Du siehst dann die Ausschläge.

00:00:00: Ah, Wellenform halt, ne?

00:00:00: - Genau, exakt.

00:00:00: Und in welchen Bereichen dein Sound sich bewegt.

00:00:00: Genau, dass du so ungefähr ...

00:00:00: Weil es gibt halt gefährliche Frequenzen, sagen wir mal, weil wir haben auch noch ’nen Bassisten in der Band, und der Bassdrum drückt auch ’nen Bassisten weg.

00:00:00: Genau, bestimmte Frequenzen, das ist halt wichtig.

00:00:00: Und das kann man aber schon mal ganz gut in den Griff kriegen, wenn man jetzt mit IAs arbeitet, indem man zum Beispiel ’nen High- und Low-Cut macht.

00:00:00: Ja.

00:00:00: Aber das unterstützen, glaub ich, nicht alle Geräte direkt.

00:00:00: Hm, High- und Low-Cut.

00:00:00: - Ja, doch.

00:00:00: Doch, doch.

00:00:00: Das können mittlerweile alle.

00:00:00: Echt?

00:00:00: Kann der Tonix das?

00:00:00: Hab ich noch nicht analysiert.

00:00:00: - Ist der Tonix das?

00:00:00: Ich glaub, bei ’nem Tonix kannst du nur einladen.

00:00:00: Ja, stimmt, da müsstest du’s vorher bearbeiten.

00:00:00: Das fehlt so ’n bisschen, diese Funktion.

00:00:00: Genau, mit dem High- und Low-Cut kannst du ja dich im Prinzip von der Frequenz her ...

00:00:00: herausarbeiten und dich aus den anderen Frequenzen, die du nicht beeinflussen willst ...

00:00:00: ja, hervorheben sozusagen.

00:00:00: Genau, weil die Gitarre ist halt ein Instrument ...

00:00:00: mit dem Ton.

00:00:00: - Also mitten.

00:00:00: Mitten sind ganz wichtig.

00:00:00: Und wenn man alleine leise spielt, sind Mitten nicht so geil.

00:00:00: Nee, das sind Scheiß.

00:00:00: - Es klingt halt klobig, klumpig irgendwie.

00:00:00: Ähm, nicht schön.

00:00:00: Also mein 80/80-Trick war damals halt immer zu Hause, Bass voll rein.

00:00:00: Ja, genau, das ist ganz gefährlich.

00:00:00: Oberraumbass halt irgendwie, weiß ich nicht, auf ein Drittel oder so, zehn Uhr.

00:00:00: Das war immer so das Ding.

00:00:00: Ja, das ist sehr gefährlich.

00:00:00: Sehr, sehr gefährlich.

00:00:00: Da gibt’s ja diese sogenannte, weiß nicht, ob die die kennen, diese Fletcher-Munzen-Kurve.

00:00:00: Ach Gott, jetzt wird’s richtig nördig.

00:00:00: (Lachen) Fletcher-Munzen-Kurve ist im Grunde genommen das subjektive Entfinden von Lautstärke.

00:00:00: Das heißt, manche Töne bei niedrigen und hohen Frequenzen müssen, also dann lauter sein müssen.

00:00:00: Heißt, dass, wenn dein Gehör, also sobald es lauter wird ...

00:00:00: Hast du kein ...

00:00:00: Sorry, sobald es leise ist, hast du kein Gespür für die Höhen und für die Bässe.

00:00:00: Na?

00:00:00: - Ah.

00:00:00: Und dann hast du halt ein Riesenproblem.

00:00:00: Die werden dann meistens halt, man stellt sich das meistens sehr gescoopt ein.

00:00:00: Wenn du das dann erhöhst, hast du extrem viel Bass und extrem viele Höhen.

00:00:00: Die wichtigste Frequenz, die wir brauchen zum Gitarre-Spielen, die Mitten sind dann halt weg.

00:00:00: Ich hab die damals auch immer weggedreht, weil der Sound zu Hause geil war.

00:00:00: Ich geb dir vollkommen recht, das klingt halt topfig.

00:00:00: Das klingt halt topfig.

00:00:00: Das ist halt wirklich spannend, wenn du einen Bass-Spieler noch hast, der ist in anderen Frequenzen unterwegs.

00:00:00: Der kann das ja genauso einstellen und kann sich genauso dann in seine "Frequenzen" sichern, in Einführungsstrichen.

00:00:00: Ich glaube, das ist etwas, was man im Band-Kontext auf jeden Fall beachtet.

00:00:00: - Lass uns über die Situation sprechen, weil das ist auch eine wichtige, find ich.

00:00:00: Welche Möglichkeiten man hat, wenn man jetzt so ein digitales Ding hat, nehmen wir mal den Helix oder Tonex oder Spraktle.

00:00:00: Und wie verstärk ich mich denn überhaupt dann, um in der Band zu spielen?

00:00:00: Gehen wir mal eine Situation durch.

00:00:00: - Ja.

00:00:00: Zum Beispiel in ihr.

00:00:00: Die spielen komplett in ihr.

00:00:00: Heißt, jeder hat seinen Kopfhörer und es läuft dann alles über die In-Ear-Monitoring-Geschichte.

00:00:00: Und später geht’s halt über die PA.

00:00:00: Genau.

00:00:00: Und der Vorteil bei In-Ear ist natürlich, das kannst du zu Hause auch nutzen, wenn du das möchtest.

00:00:00: Richtig, ja.

00:00:00: Du kannst es im Proberaum nutzen und du kannst live genauso nutzen.

00:00:00: Wenn einem das nichts ausmacht, ist das eigentlich die Lösung.

00:00:00: Ja, absolut.

00:00:00: Mir gefällt das überhaupt nicht, aber ...

00:00:00: Ich spiel auch nicht gerne mit Kopfhörern, das ist überhaupt nicht mein Ding.

00:00:00: Viele Bands spielen mittlerweile komplett in ihr.

00:00:00: Da bin ich auch so geteilter Meinung, ich spiel auch in ihr, aber ich mach so ein halbin-Ear.

00:00:00: Ich hab In-Ear und ich hab ein normales Cabinet und kann mich dann ganz gut hören.

00:00:00: Es kommt auch immer noch genug Druck von der Bühne.

00:00:00: Es ist schon so laut, dass ich mit dem Schlagzeug mithalten kann.

00:00:00: Und das find ich persönlich ganz wichtig.

00:00:00: Und so kann ...

00:00:00: - Wie ist das mit Lantenzen?

00:00:00: In dem Fall, also In-Ear hat eine andere Latenz als der Lautsprecher, der eine gewisse ...

00:00:00: Ja, ja, ja, absolut.

00:00:00: Hast du dann so eine Überlagerung vielleicht?

00:00:00: Oder merkt man das gar nicht so?

00:00:00: Es kommt drauf an, wie das Setup ist.

00:00:00: Wenn du jetzt zum Beispiel ...

00:00:00: Ich hatte ...

00:00:00: Ich hatte mal das Tonex und das Helix, Helix Effects benutzt.

00:00:00: So, als ich die beiden geräte, das sind dann insgesamt auch so sechs, sieben Millisekunden schon.

00:00:00: Und dann hast du noch ein In-Ear, das hat auch noch mal drei, vier.

00:00:00: Das ist schon echt ein bisschen eng manchmal.

00:00:00: Wenn du schnellere Sachen gespielt hast, ist nicht so besonders geil.

00:00:00: Der Trick ist aber für mich persönlich, ich brauch meine Gitarre gar nicht so laut im Mix.

00:00:00: Ich brauch eher die anderen.

00:00:00: Ich hör mich ja von draußen und hab mich so leise im Hintergrund.

00:00:00: Ich kann ja meinen eigenen Monitor mix machen.

00:00:00: Hauptsache, du hörst dich.

00:00:00: - Genau.

00:00:00: Und da ist auch eine Herausforderung, find ich, dass man grade bei diesen Impulsantworten aufpasst, dass man nicht nur eine nimmt, die über Kopfhörer gut klingt, die das alles schön ...

00:00:00: Weil wir wissen ja, ich sag mal, E-Gitarre über Kopfhörer oder gerade diese kleinen Ohrhörer, je nachdem, was für ein In-Ear- Monitoring-System man hat, können schon sehr britzelig klingen.

00:00:00: Wenn du da jetzt am Equalizer schraubst, bis es geil klingt über Kopfhörer, dann klingt’s nach draußen, hast du nur noch Matsch.

00:00:00: Also sollte man auf dem Kopfhörer gucken, immer den idealen Sound für sich?

00:00:00: - Nein.

00:00:00: Also, ich sag mal so, natürlich ist es cool, wenn es immer so ein bisschen ...

00:00:00: Aber kann man das nicht splitten zum Beispiel?

00:00:00: Dass das eine Signal für dich aufgearbeitet in den Kopfhörer geht?

00:00:00: Wenn das das Gerät kann, kannst du das.

00:00:00: Und die stellen das ein, und dann ...

00:00:00: Das ist doch eigentlich eine gute Lösung.

00:00:00: Das ist die Ideallösung.

00:00:00: Es können aber nicht alle Geräte, brauchst mehrere Outputs.

00:00:00: Dann kannst du das routen, wenn du möchtest.

00:00:00: Das geht auf jeden Fall.

00:00:00: - So was ist noch spannend.

00:00:00: Jaja, total.

00:00:00: Das macht dann auch richtig Spaß.

00:00:00: Ich bin superzufrieden mit der Lösung, dass wirklich noch was aus dem Raum kommt.

00:00:00: Während wir zum Beispiel bei der ...

00:00:00: Oder lass uns noch das andere Szenario durchgehen.

00:00:00: Es gibt auch, was man auch machen kann, sogenannte FA/FA-Monitore.

00:00:00: Also neutrale Gitarrenmonitore, wo dann das Signal draufkommt.

00:00:00: Jaja, Flat Response.

00:00:00: Genau, ohne eine Färbung sozusagen.

00:00:00: - Full Range.

00:00:00: Wie eine Stereo-Anlage quasi.

00:00:00: Genau, exakt.

00:00:00: Das sollen die können, aber kein Gerät richtig.

00:00:00: Es gibt immer Toleranzen.

00:00:00: Das ist auch völlig normal.

00:00:00: Und hab ich auch mal probiert.

00:00:00: Ist aber ...

00:00:00: Für mich ist es kein geiles Spielgefühl.

00:00:00: Bewegt sich da die Luft nicht ordentlich?

00:00:00: Nee, das klingt halt wie über einen PA-Speaker.

00:00:00: Du musst halt ...

00:00:00: Ich find, das fühlt sich einfach nicht gut an.

00:00:00: Das fühlt sich auch nicht so gut an, als wenn du im Studio bei normaler Lautstärke spielst über die Studiemonitore.

00:00:00: Das macht ja Spaß.

00:00:00: Aber du hast dann ja auch nur einen.

00:00:00: Und dann meistens einen Zwölfer-Speaker oder so.

00:00:00: Und ich finde, das ist nicht geil.

00:00:00: Ah.

00:00:00: Ich hab die noch nicht ausprobiert tatsächlich.

00:00:00: Es gibt ein paar Hersteller, die machen das sehr gut.

00:00:00: Zum Beispiel Blue Amps gibt es, die machen auch sehr gute Full Range.

00:00:00: Aber das Ding ist, ich hatte auch mal so einen Riesenteil da, es klingt immer irgendwie komisch für dich.

00:00:00: Klingt immer irgendwie mikrofonisch.

00:00:00: Ist ja auch klar, man ist es gewohnt, eine Gitarrenbox zu hören.

00:00:00: Aber es ist im Grunde auch wieder ein abgenommenes Signal.

00:00:00: Du hörst das Mikrofon-Signal.

00:00:00: Das klingt irgendwie nicht schön, find ich.

00:00:00: Was ist, wenn du hingehst und einfach eine Gitarrenbox nimmst und da einen Neutralkonverstärker dranhängst?

00:00:00: Genau.

00:00:00: - Wie verhält sich das?

00:00:00: Genau, darüber sprechen wir jetzt.

00:00:00: Da gibt’s auch mehrere Möglichkeiten.

00:00:00: Hab ich auch ein paar Sachen ausprobiert.

00:00:00: Ich mag zum Beispiel super gerne die günstigste Alternative.

00:00:00: Du nimmst einen Class D Amp.

00:00:00: Das ist ein Beispiel von einem sehr günstigen Hersteller.

00:00:00: (Lachen) Einer bekannten Brand.

00:00:00: Genau, Harley-Davidson.

00:00:00: Harley-Davidson, genau, da kennt der Justin sich auch mit aus.

00:00:00: Genau.

00:00:00: - Und ...

00:00:00: Ja, ist halt eine Class D Endstufe.

00:00:00: Transistor.

00:00:00: - Liegt bei 80 Euro, glaub ich, das Ding.

00:00:00: Liegt bei 80 Euro, genau.

00:00:00: - Ja, das ist voll okay.

00:00:00: Super.

00:00:00: Wenn du damit umgehen kannst, eine gute Box hast.

00:00:00: An was für einer Box hast du das dran?

00:00:00: Das ist eine 2x12er-Box.

00:00:00: - 2x12er?

00:00:00: 2x12.

00:00:00: Ja, musst du schon haben.

00:00:00: Find ich im Bandkontext, ich find 1x12er schwierig.

00:00:00: Geil für Clean-Sounds, aber alles, was drüber geht, ist nicht so ...

00:00:00: Ich stell mir vor, so eine schöne Rackbox im Arbeitszimmer, so 4x12 und dann drückst du das Ding.

00:00:00: - Ja, genau.

00:00:00: Die Zeiten von 4x12 sind auf den normalen Bühnen, glaub ich, vorbei.

00:00:00: Das muss doch gut aussehen, Mensch.

00:00:00: Es sieht geil aus, aber es ist einfach too much.

00:00:00: Nee, aber du schließt das an, hast aber dann durch die Box natürlich noch mal eine Färbung drin von dem Lautsprecher.

00:00:00: Nein.

00:00:00: - Nicht?

00:00:00: Nein, pass auf, folgendes.

00:00:00: - Ach, das ist spannend.

00:00:00: Pass auf, das ...

00:00:00: - Das ist spannend.

00:00:00: Sorry, natürlich, klar.

00:00:00: Ich dachte, das ist ...

00:00:00: Ich war zu anders.

00:00:00: - Du hast ja eine Impuls-Response.

00:00:00: Die geht an die Gitarrenbox über den Class-D-Amp.

00:00:00: Und ...

00:00:00: du hast ja schon eine gefärbte Box quasi drin.

00:00:00: Nee, aufpassen, aufpassen.

00:00:00: - Aha.

00:00:00: Dann kommt das Routing zustande.

00:00:00: Das solltest du nicht tun.

00:00:00: Das ist nicht geil.

00:00:00: Na?

00:00:00: - Okay.

00:00:00: Es gibt ja ...

00:00:00: das ist doch mal über ...

00:00:00: Es gibt Captures und es gibt Modeling.

00:00:00: So.

00:00:00: Fangen wir mal mit Modeling an, weil Modeling ist länger da.

00:00:00: Modeling ist zum Beispiel Line 6.

00:00:00: Ähm ...

00:00:00: Fractal, Quad Cortex, die haben alle Modeling.

00:00:00: So, und Modeling ist im Grunde genommen nichts anderes wie digital nachgebaute Amps.

00:00:00: Genau.

00:00:00: - So.

00:00:00: Die brauchen natürlich auch, um zu klingen, eine Box, also eine Impuls-Antwort, ein I/A.

00:00:00: Und jetzt gibt’s aber die Möglichkeit, ähm ...

00:00:00: das zu umgehen.

00:00:00: Der Trick ist ganz einfach.

00:00:00: Du hast ja ein Booting ...

00:00:00: - Also, die Impuls-Response ...

00:00:00: Ein Signal hast du mit der Impuls-Response ...

00:00:00: Genau.

00:00:00: - ...

00:00:00: konfiguriert hast.

00:00:00: Und eins geht ...

00:00:00: - Sagen wir, das wär Out1.

00:00:00: Nur als Beispiel, das wär Out1.

00:00:00: Und dann vor dem Cabinet machst du einfach eine Abzweigung.

00:00:00: Das kannst du digital, ein Preset oder ein Editor machen.

00:00:00: Gehst du quasi raus, das ist dann die Direktantwort.

00:00:00: Das heißt, so wie jeder Gitarrenamp klingen würde ohne Box.

00:00:00: Das klingt meistens wie so eine ...

00:00:00: - Impuls-Response, das Ganze?

00:00:00: Ja, natürlich, weil das Ding ist, ähm ...

00:00:00: Ein Gitarrenverstärker, egal welcher, auch wenn er aus der analogen Welt kommt, braucht ...

00:00:00: eine Gitarrenbox.

00:00:00: Die Gitarrenbox ist ein Filter.

00:00:00: Ist wie ultrakomplizierter oder ...

00:00:00: ähm ...

00:00:00: weitgehender Equalizer, wenn du’s so willst.

00:00:00: Aber nicht ein normaler Equalizer, sondern das sind sehr, sehr viele Punkte, an denen da Messstellen sind.

00:00:00: Und jeder Speaker hat eine sogenannte Impendanzkurve und also eine Frequenzkurve.

00:00:00: Und das gibt die Färbung für den jeweiligen Amp.

00:00:00: Mhm.

00:00:00: - Ne?

00:00:00: Und wenn du das Signal halt abpasst, dann kannst du halt ...

00:00:00: das gesamte Paket nehmen, ohne Box.

00:00:00: Und durch deinen Class-D schicken.

00:00:00: Und dann gehst du halt über deine Gitarrenbox.

00:00:00: Mhm.

00:00:00: - Mit Power-Ion.

00:00:00: Okay, ja, genau.

00:00:00: Das ist spannend, weil du sparst dir die Impuls-Response und machst einfach nur deine Verstärker ...

00:00:00: äh ...

00:00:00: Simulatoren oder ...

00:00:00: - Ich hab ja zwei Ausgänge.

00:00:00: Zwei Ausgänge, genau.

00:00:00: Du hast hier einen, der geht zur Box, das hör ich im Raum.

00:00:00: Und der andere Ausgang ist komplett derselbe Signalweg, aber mit Impuls an Bord.

00:00:00: Und der geht dann zum FOH.

00:00:00: Mhm.

00:00:00: FOH und natürlich auch dann, das hörst du auch über deine In-Ears.

00:00:00: Ah, okay.

00:00:00: Wie machst du das mit dem Tonex?

00:00:00: Weil der hat ja nur einen Ausgang, oder?

00:00:00: Ja.

00:00:00: Ah nee, du hast ein externes Impuls-Response-Pedal wahrscheinlich.

00:00:00: Exakt, weil anders wird’s nicht gehen.

00:00:00: Gerade wenn wir beim Thema Tonex sind, da sind wir aber wieder beim Captchern.

00:00:00: Lass uns noch mal zum Modeling zurückgehen.

00:00:00: Ah, okay.

00:00:00: - Jetzt springen wir zu schnell.

00:00:00: Sagen wir, du hast jetzt einen Fractal, weil’s aktuell ist.

00:00:00: Du hast ja auch einen, du hast das auch.

00:00:00: Du kannst dir da Signalwege selber erstellen.

00:00:00: Du fängst das Signal ab, bevor es zum Cabinet geht.

00:00:00: Weil das Cabinet ist das letzte im Bunde.

00:00:00: Mhm.

00:00:00: - Na?

00:00:00: Also die IA.

00:00:00: Kurz vorher fängst du’s ab, und das schickst du zum Beispiel zur Ausgang eins.

00:00:00: So.

00:00:00: - Mhm.

00:00:00: Ausgang eins geht dann zu deinem Class-D-Amp, und das geht dann zur Box.

00:00:00: Das heißt, was du im Raum hörst, ist das Signal ohne Cabinet.

00:00:00: Mhm.

00:00:00: - Na?

00:00:00: So.

00:00:00: Das Signal, Output zwei, nenn ich’s mal, ist quasi mit der Impulsantwort.

00:00:00: Das geht dann halt ins Mischpult, zum Studio, zum Front of House oder wo auch immerhin.

00:00:00: Ah, okay.

00:00:00: So hast du halt beide Geschichten.

00:00:00: Und ...

00:00:00: Das ist für mich persönlich die beste Lösung.

00:00:00: Weil du hast halt das Gefühl von einer richtigen Gitarrenbox im Raum und hast aber trotzdem perfekt abmikrofonierte IA-Überkopfhörer und Front of House.

00:00:00: Der Mischer vorne freut sich darüber, weil er nicht viel einstellen muss.

00:00:00: - Total.

00:00:00: Genau.

00:00:00: Die Box ist nur ein Monitor für mich und für die Band.

00:00:00: Das Publikum kriegt zwar auch was mit, und das find ich halt auch besonders gut, weil ...

00:00:00: ein bisschen Wumms geht auch immer auf die Bühne.

00:00:00: Ist ja völlig normal.

00:00:00: - Ja.

00:00:00: Das sorgt für ein bisschen mehr Druck.

00:00:00: Viele sagen immer, digitale Amps haben keine Druck.

00:00:00: Ah, das hat ja ...

00:00:00: - Es ist Quatsch, es hängt natürlich auch ein bisschen mit der PA zusammen.

00:00:00: Aber, und jetzt kommt das andere, auch in der analogen Welt ist es so.

00:00:00: Weil du hast eine Gitarrenbox, da kommt ein Mikrofon dran, und wenn du eine scheiß PA hast, klingt’s halt doof.

00:00:00: Der Vorteil bei Analog ist dann halt, was viele dann natürlich sehen, ist, die Gitarrenbox strahlt natürlich von der Bühne ab.

00:00:00: Und wenn du nur in ihr spielst, hast du das nicht.

00:00:00: Das heißt, der Druck ist so gesehen ein anderer.

00:00:00: Da fehlt halt so in diesen Tiefmitten, das fehlt halt ein bisschen.

00:00:00: Hey Leute, Robin hier.

00:00:00: Bevor wir loslegen, haben wir was Besonderes für euch.

00:00:00: Genau, denn unser Partner Thomas unterstützt heute die Show.

00:00:00: Dafür einen megavetten Dank.

00:00:00: Thomas feiert nämlich sein 70.

00:00:00: Jubiläum und hat dazu eine spannende Dokumentation am Start.

00:00:00: In "Behind the Passion" geht’s um die Geschichte hinter Europas größtem Händler für Musikinstrumente und Equipment.

00:00:00: Sie zeigen, wie aus einem kleinen Dorf namens Treppendorf eine Erfolgsgeschichte wurde, mit Hans Thomas und seinem Team im Mittelpunkt.

00:00:00: Was mich echt beeindruckt hat, es geht um die Leidenschaft für Musik und darum, wie sie Menschen verbindet und glücklich macht.

00:00:00: Wenn ihr Musik und Gitarre liebt, müsst ihr das sehen.

00:00:00: Die komplette Doku gibt’s auf dem YouTube-Kanal "Toman Music" und ist seit dem 6.

00:00:00: Dezember online.

00:00:00: Den Link findet ihr wie immer in den Show-Notes.

00:00:00: Schaut rein, es lohnt sich.

00:00:00: Und jetzt geht’s zurück in die Folge.

00:00:00: Das heißt aber, wenn du da so hybrid mit in ihr und in ’ner Box arbeitest, ja, dann bewegst du dich da in zwei Welten.

00:00:00: Und nimmst von beiden das Beste mit sozusagen.

00:00:00: Ja, absolut.

00:00:00: Es ist quasi ein Mix aus beiden.

00:00:00: Eigentlich ist das ganz geil, weil wenn du die in-ears im Ohr hast, wird ja draußen alles sehr dumpf.

00:00:00: Ja.

00:00:00: - So.

00:00:00: Das ist das Problem.

00:00:00: - Trotzdem hast du da den Growl.

00:00:00: Die tiefen Mitten.

00:00:00: Und über die in-ears hast du halt das Feinzeichner.

00:00:00: Du kannst genau hören, was du machst.

00:00:00: Du hast die schönen Höhen, und das zusammengemischt ist für mich ein geiler Mix.

00:00:00: Das fühlt sich super an beim Spielen und klingt auch gut.

00:00:00: Ist die Box-Response ähnlich wie deine Box, die du hast?

00:00:00: Gute Frage und guter Stichpunkt.

00:00:00: Ja, relativ ähnlich.

00:00:00: - Ah.

00:00:00: Doch, doch.

00:00:00: - Ist schon ein bisschen Geschmack.

00:00:00: Das macht auch keinen Sinn, meiner Meinung nach da was völlig anderes zu nehmen.

00:00:00: Obwohl, im Studio kannst du verschiedene Boxenpaare miteinander mischen.

00:00:00: Ich meine, im Endeffekt vermischt sich das, und es klingt super.

00:00:00: So meine Erfahrung.

00:00:00: Aber Thema Impuls, Response, Antwort, wollte ich auch was sagen.

00:00:00: Wenn man jetzt live spielt, viele neigen dazu.

00:00:00: Ähm ...

00:00:00: sagen wir, du hast jetzt eine Band.

00:00:00: Und du spielst irgendwie 20 Songs.

00:00:00: Es macht meiner Meinung nach überhaupt keinen Sinn, sich da irgendwie 15 verschiedene Amps ...

00:00:00: Ja, das ist ...

00:00:00: - ...

00:00:00: digital draufzupacken.

00:00:00: Weil das Problem ist, das Ohr ist so was von ...

00:00:00: Also, du machst den Sound damit kaputt.

00:00:00: Weil du verwirrst das Ohr.

00:00:00: Den Mischer als allererstes, weil der weiß nicht mehr, weil die Frequenzen auf einmal völlig anders sind.

00:00:00: Eine Mesa-Box klingt völlig anders wie die Luxury Reverb-Box oder wie eine Marshall 4x12.

00:00:00: Da muss man super aufpassen.

00:00:00: Ich bin der Meinung ...

00:00:00: ähm ...

00:00:00: clean, verzerrt.

00:00:00: Man kann clean vielleicht schauen, dass man eine andere Impulsantwort nimmt.

00:00:00: Das ist noch relativ okay.

00:00:00: Aber sobald es um verzerrte Sounds geht, tut euch ein Gefallen und nehmt nur eine IA für die verschiedenen Dinge.

00:00:00: Das ist lustig, weil ich das automatisch so mache, was ich gemerkt habe.

00:00:00: Eine ganz bestimmte Impulsrespond sagt mir am meisten zu.

00:00:00: Und tatsächlich in den Clean-Sounds hab ich eine etwas andere Variante genommen.

00:00:00: Ja.

00:00:00: - Aber mit ...

00:00:00: Man darf ja nicht vergessen ...

00:00:00: - ...

00:00:00: ähnlichen Lautsprechern.

00:00:00: Also, ähnlichen Lautsprechern, die eingebaut sind.

00:00:00: Ich sag mal, wenn du von so Amps ...

00:00:00: - Mehr Transparenz halt.

00:00:00: Ja, ja.

00:00:00: Grade, ich sag mal, das ist ja ...

00:00:00: Wenn du schaust bei den Amps, zum Beispiel Mesa, Marshall, die sind bekannt dafür, mit 4x12-Boxen zu arbeiten.

00:00:00: Wenn du jetzt Clean-Ams nimmst, die haben ja meistens ...

00:00:00: So ein Roland.

00:00:00: - ...

00:00:00: oder 2x12-A, genau.

00:00:00: Oder 4x10-A.

00:00:00: Das alleine schon, da merkt man auch, wie extrem wichtig so eine Impulsantwort ist.

00:00:00: Man kann ja mal Folgendes machen.

00:00:00: Du nimmst dieselbe Impulsantwort und wählst mal fünf bis zehn verschiedene Marshall-Simulationen an.

00:00:00: Du wirst feststellen, der Unterschied ist nicht immer Tag und Nacht.

00:00:00: Ist manchmal sogar sehr ähnlich.

00:00:00: Sind dann so kleine Charaktere, die dir mehr zusagen oder nicht.

00:00:00: Genau.

00:00:00: Das ist eher so auch im dynamischen Bereich.

00:00:00: Weil jeder hat da ein bisschen andere Auffassung, wie es für einen klingen soll.

00:00:00: - Ja, total.

00:00:00: Und das ist mir auch aufgefallen, weil ...

00:00:00: Man kriegt ja meist bei den Capture Packs mehrere ...

00:00:00: oder verschiedene Einstellungen mit.

00:00:00: Gut, wir waren jetzt bei Modeling.

00:00:00: - Alles gut, alles gut.

00:00:00: Aber lass uns da doch den Drawback machen, dann gehen wir quasi jetzt zum Thema Capture.

00:00:00: Also, ich merke halt irgendwie so bei meinen Captchern, da hab ich halt natürlich welche, die mir besonders gefallen gut klingen.

00:00:00: Und wenn man dann aber ...

00:00:00: Also, deswegen, ich hab da so zwei, drei Impulsresponses, die mir gefallen.

00:00:00: Und die nutze ich und höre ich einfach mal durch, wie die mit meinen ...

00:00:00: Verstärkersimulationen, also Simulation ist es ja nicht, mit den Captures dann arbeitet.

00:00:00: Und da kriegt man eigentlich ein relativ gutes Gefühl dafür.

00:00:00: Ich denk mir immer, zu Hause hat ja auch nicht jeder tausend Boxen stehen, selbst wenn er analog spielt.

00:00:00: Der wird halt vielleicht mehrere Verstärker haben, aber wahrscheinlich dann irgendwie seltenerweise viele Boxen rumstehen haben.

00:00:00: Richtig, richtig.

00:00:00: - Und ...

00:00:00: Das ist halt so ein Ding ...

00:00:00: Ja, für mich wär das so ...

00:00:00: Ich ...

00:00:00: ja, ich ...

00:00:00: will da gar nicht so viel Auswahl haben.

00:00:00: Die, die mir gefallen haben, ist geil.

00:00:00: Dieses Rabbit Hole, Gott sei Dank ist es bei mir nicht gekommen, weil ich relativ schnell gemerkt hab, was mir gefällt und was nicht.

00:00:00: Na, gibt’s ja Balance, dann gibt’s Hi-Cut und Low-Cut.

00:00:00: Und es gibt ja schon gekattete Impulsresponses für den Proberaum wahrscheinlich.

00:00:00: Kann man übrigens auch selber basteln, wusstest du das?

00:00:00: Ja, natürlich.

00:00:00: - Es gibt ja Editoren für Impulsresponses, da kann man das reinladen, kann sich das schön einstellen, dann bist du erst recht im Rabbit Hole.

00:00:00: Dann bist du echt im Rabbit Hole, aber in Bezug auf deine Proberaumsituation ist das halt spannend.

00:00:00: Na gut, wenn du jetzt auf ’ner richtigen Box spielst, dann wahrscheinlich eher nicht.

00:00:00: Weil du ja eh im Proberaum dann ohne Impulsrespons spielst oder mit in ihr, ich weiß nicht, spielst du auch Proberaum in ihr?

00:00:00: Wir spielen immer mit in ihr.

00:00:00: - Boah, ist das Zucker, so was hätt ich damals gern gehabt.

00:00:00: Nee, wir hatten immer klerene Ohren.

00:00:00: Moment, langsam, das machen wir auch erst seit drei Jahren, glaube ich, zweieinhalb Jahre oder so.

00:00:00: Wir haben vorher auch immer total laut gespielt.

00:00:00: Aber ich sag mal, in meiner Situation, wenn ich jetzt ...

00:00:00: ich würd jetzt mit Leuten zusammen spielen, wird wahrscheinlich keine ...

00:00:00: wird’s keine in ihrs geben, da werd ich mit Impulsresponses oder mit ’ner Box oder so arbeiten.

00:00:00: Aber da kann man halt auch ...

00:00:00: man kann das halt ein bissl editieren.

00:00:00: Klar.

00:00:00: - Man kann sich das dann so anpassen, dass das mit den Frequenzen passt und so.

00:00:00: Aber man kann sich das halt ein bissl auseinandersetzen.

00:00:00: Ja, und das Ding ist halt ...

00:00:00: Ich hab das auch mit dieser FA/FA-Situation, wenn du das machst, es gibt gute Sachen von Lainey, ich meine, Gatling Govan ist damit auf Tour, benutzt die, um sich selber zu hören.

00:00:00: Da wird’s dann noch mal kritischer, das hat auch einen Vorteil.

00:00:00: Es sind nicht nur Nachteile.

00:00:00: Der Vorteil ist, du kannst halt tatsächlich dann zumindest ...

00:00:00: Also, es fühlt sich anders an beim Spielen, das muss man direkt sagen, es ist einfach so.

00:00:00: Mit ’ner Mesa-Amp möchte ich mit ’ner Mesa Recto Rectifier Vier-mal-Zwölfer-Box auch hören.

00:00:00: Das Problem ist, wenn du jetzt ’ne Ein- oder Zweimal-Zwölfer ’n normales Cabinet hast, also ’nen normalen Speaker, man darf ja nicht vergessen, die Box hat einen erheblichen Einfluss darauf, wie der Amp klingt.

00:00:00: Genau.

00:00:00: Exakt.

00:00:00: Das heißt, du bist da relativ eingeschränkt, also ich bin da relativ eingeschränkt, was der Sound im Raum, was der ausmacht.

00:00:00: Weil natürlich gibt’s da Unterschiede, aber die sind nicht so gravierend, als wenn ich jetzt am Rechner oder zu Hause bei Studiemonitoren den Amp mit dem Mesa-Cab höre und den Marshall-Amp in der Vier-mal-Zwölf-Basket-Weave-TV-Box oder so.

00:00:00: Das ist ein Unterschied.

00:00:00: Das ist halt der Vorteil in der ...

00:00:00: Sag mal, wenn du diese FA/FA-Schiene fährst.

00:00:00: Das kannst du machen.

00:00:00: Aber da musst du auch erst mal gucken und ausprobieren, was funktioniert im Raum.

00:00:00: Was klingt gut, welches Mikro und so weiter und so fort.

00:00:00: Das ist schon spielreich.

00:00:00: Am Ende, als ich das Setup gefahren habe, hab ich da auch mit so einem Typen zusammengearbeitet, der hat das versucht, so Amp-in-the-Room-mäßig zu machen.

00:00:00: Ist ja nichts anderes wie Equalizer, ein bisschen schieben und hin und her.

00:00:00: Das klang auch echt gut, aber ich hab dann einmal wieder mein normales Cabinet probiert und hab sofort gemerkt, okay, das funktioniert für mich viel besser.

00:00:00: Ja, das ist halt aber auch das Ding, wenn man das für sich selber schon gefunden hat.

00:00:00: Es ist so eine Findungsphase auf eine Art und Weise.

00:00:00: - Total.

00:00:00: Ich muss sagen, dieses Testen von vielen Impuls-Responses oder ...

00:00:00: Amp-Captures und so was hat mich ...

00:00:00: Ja, ich teste die aus.

00:00:00: Und das, was ...

00:00:00: Also, von denen, die ich habe, gefallen mir halt dann ein paar.

00:00:00: Dann mach ich mir da ein paar Sounds für fertig, und das war’s.

00:00:00: Und ich merke am Ende aber, welche dieser Sounds, die ich mir fertig gemacht habe, nutze ich am meisten.

00:00:00: Mit dem spiel ich auch.

00:00:00: Und da ist es mittlerweile auch so, dass ich hingehe und mir dann davor zum Beispiel noch eine Overdrive packe, um das ein bisschen anzudicken und so.

00:00:00: Und das reicht mir aus.

00:00:00: Also, theoretisch, wenn ich jetzt in einer Band-Situation mit irgendwelchen Leuten spielen würde, würde ich eher gucken, okay, ich hab hier meine drei Sounds, clean, was weiß ich, drive und heavy oder keine Ahnung was.

00:00:00: Gar nicht groß hin und her wechseln und würde dann halt mein Sound fahren.

00:00:00: Wenn ich jetzt in einer Coverband, sieht das anders aus.

00:00:00: Genau.

00:00:00: - Da hab ich andere Möglichkeiten.

00:00:00: Genau.

00:00:00: Wenn du Top 40 machst und willst die Sound eins zu eins bedienen, dann hast du mehr Möglichkeiten, das erfordert auch viel Arbeit.

00:00:00: Da sollte man auch echt ein gutes Gehör haben, um die Dinge auch gut abzupassen.

00:00:00: Man sollte sich ausgaren mit der Amp-Historie, was funktioniert da gut.

00:00:00: Aber wenn du normal in deiner Band spielst, mit eigenen Songs vermutlich noch, ich finde, man sollte dann nicht zu viel Spielerei mit verschiedenen ...

00:00:00: Du kannst mal ausprobieren vielleicht, das ist cool.

00:00:00: Aber am Ende des Tages, gerade spätestens live ...

00:00:00: Das ist ja nur Stress, oder?

00:00:00: - Höchstens maximal zwei Amps.

00:00:00: Oder nicht mehr, weil es verwirrt das Ohr.

00:00:00: Ja, es ist mittlerweile so, dass ich tatsächlich mehr Amp-Captures nehme und die auf dem Tonex-Pedal so schalte.

00:00:00: Ich hab von dem Capture, nehme ich meist immer einen Clean-Sound.

00:00:00: Mhm.

00:00:00: - Und dann wirklich einen Drive.

00:00:00: Und einen Gain-Sound.

00:00:00: - Ja, super.

00:00:00: Und mit den drei Dingern arbeite ich am Ende.

00:00:00: Und schalte mir dann, wie ich Bock habe, weiß ich nicht noch, Modulationseffekt rein oder so.

00:00:00: Aber ich hab halt nur drei Knöpfe.

00:00:00: Und weniger ist mehr.

00:00:00: (Lachen) Manchmal, manchmal ist weniger mehr.

00:00:00: - Ja.

00:00:00: Und da ist zum Beispiel auch so ein Ding ...

00:00:00: Viele wissen dann ja nicht genau, wo die Reise hingehen soll.

00:00:00: Und ich glaube, da kann das Digitale helfen.

00:00:00: Aber auch im Gegenteil, genau das Gegenteil.

00:00:00: Ja, das denke ich mir, ist aber auch bei vielen Leuten, die ganz noch am Anfang stehen, wenn die das direkt bekommen.

00:00:00: Mhm.

00:00:00: - Und dann versuchen, dass Spielen damit auszugleichen, dass der Sound so und so ist.

00:00:00: Aber am Endeffekt ist ja dieses ...

00:00:00: Also, wie man selber in die Gitarre spielt, ist ausschlaggebend, wie am Ende die Soundformung ist.

00:00:00: Und wenn man das noch nicht kann und nicht weiß, was passiert, was ich so und so ziehe oder was auch immer, dann ist das superschwierig.

00:00:00: Also, als Anfänger würde ich das, glaube ich, in so einem Setup tatsächlich gar nicht fahren.

00:00:00: Oder halt sagen, okay, ich bin da sehr straight, ich mag den und den Sound von Slash oder was auch immer.

00:00:00: Oder ...

00:00:00: - Dann fahr ich das halt.

00:00:00: Oder du hast halt, sag ich mal, wenn du jetzt ein Anfänger bist und du hast Unterricht bei jemandem, wenn du jemanden hast, der sich damit auskennt und sagt, hey, hör mal zu, komm, bleib erst mal dabei, lern das erst mal ein bisschen kennen.

00:00:00: Und vor allem, was ich da auch cool finde, wenn du halt vorher aus der analogen Welt kommst, dass du halt lernst, an der Gitarre gibt’s einen Volume-Poti, da gibt’s einen Tonpoti, Picking Dynamics, halt viele Dinge, die du einfach selber aus den Händen rausholen musst.

00:00:00: Nicht aus irgendeinem Pedal oder irgendeinem Amp-Capture oder irgendwelchen Overdrives und so weiter und so fort.

00:00:00: Weil letztendlich, was beim Hörer davon ankommt, ist nichts bis gar nichts.

00:00:00: Das werden wir mal ehrlich, der wird niemals hören, ob du jetzt den Tube Screamer spielst oder ob du irgendwas anderes spielst.

00:00:00: Das ist vollkommen ...

00:00:00: Ist auch scheißegal eigentlich.

00:00:00: Es geht um dich selber, dass du dich damit wohlfühlst und mit auskennst.

00:00:00: Ja, das ist richtig.

00:00:00: Das war ja eins der Dinge, die mich so ein bisschen bei meiner Gitarre gestört hatten, ich hab die ja ein bisschen umgebaut und so, dass mir da die Dynamik ein bisschen gefehlt hat, was aus der Gitarre herauskommt.

00:00:00: Dass ich gezielt mit "Wie spiele" ein anderes ...

00:00:00: Ja, "Feeling" will ich jetzt nicht sagen, aber einen anderen Sound herausgeholt habe als das Flache, was ich vorher hatte.

00:00:00: Aber das ist auch etwas, so eine Findung, die ein Anfänger gar nicht so beurteilen kann.

00:00:00: Das ist superschwierig.

00:00:00: Deswegen, jemand, der einsteigt, geht nicht in dieses Rabbit-Hall.

00:00:00: Ganz ehrlich.

00:00:00: - Genau.

00:00:00: Lieber erst mal zwei, drei Jahre spielen.

00:00:00: Dann wisst ihr so langsam, was fehlt.

00:00:00: Die ersten drei Jahre eine Gitarre einfach durchziehen, erst mal üben, spielen.

00:00:00: Und das Ding ist, es kommt ja irgendwann auch mal ...

00:00:00: Man hat ja auch Vorbilder, man versucht dann vielleicht auch mal zu klingen wie XY, wie Slash oder wie irgendwie.

00:00:00: Und findet sich dann halt, indem man diese Sachen übt und guckt, wie krieg ich das hin?

00:00:00: Weil der Sound alleine macht’s nicht.

00:00:00: Ich sag mal, gib jetzt Slash in ’ne Stratte, der klingt trotzdem nach Slash.

00:00:00: - Richtig.

00:00:00: Die Information, die man hört, das ist genauso wie, wenn du jetzt ...

00:00:00: Du kannst "Bohemian Rhapsody" hören, kannst auf dem Telefon hören.

00:00:00: Die Qualität ist zwar nicht so geil, aber der Song bleibt derselbe.

00:00:00: Wobei, den Bromace-Sound find ich superschwierig nachzubauen.

00:00:00: Geht nicht um nach ...

00:00:00: Ja, aber ist halt aus einer Spielweise, ist auch sehr speziell.

00:00:00: Und das kommt dann ja später, wenn du die Spielerfahrungen hast, dass du dann einfach schaust, was benutzen die denn?

00:00:00: Und versuchst es dann in der digitalen Welt zum Beispiel, und dann halt versuchen, nachzubauen.

00:00:00: Dann solltest du aber auch schon in der Lage sein, das auch so zu spielen, dass es authentisch ist.

00:00:00: Das hab ich nie versucht.

00:00:00: Ich hab nie versucht, so ’nen Sound nachzuspielen, sondern immer eher, dass ich versucht habe, das Feeling ...

00:00:00: Ja, das mein ich ja damit.

00:00:00: - Genau.

00:00:00: Also, wie ich es fühle, wie wahrscheinlich die Person, die es spielt ...

00:00:00: - Klar.

00:00:00: Das ist ein bisschen blöd zu beschreiben.

00:00:00: Aber dieses Feeling aufzufangen und selber zu transportieren, das war eigentlich immer eher so meine Intention, bestimmte Sachen zu üben.

00:00:00: Gar nicht mal genau eins zu eins irgendwie, dass der hat da jetzt den Mesa-Boogie XY, den sich kein Mensch leisten kann, nachzuspielen.

00:00:00: Das hab ich immer nur ...

00:00:00: Also, für mich zugesehen, dass der Sound in meinen Ohren gut klingt.

00:00:00: Genau.

00:00:00: - Und das ist, find ich, das Wichtigste.

00:00:00: Wahrscheinlich im Studio kriegst du den Kopf abgerissen, aber ...

00:00:00: Ja.

00:00:00: - Von ’nem Mischer oder so.

00:00:00: Aber da würd ich mich dann, glaub ich, auf den Mischer verlassen.

00:00:00: Ein bisschen.

00:00:00: - Muss du.

00:00:00: Live hast du keine Ahnung um Möglichkeiten.

00:00:00: Da sind die Erfahrungswerte dann wieder an ’ner ganz anderen Stelle.

00:00:00: Also, Sound im Studio.

00:00:00: - Total.

00:00:00: Aber ich hab eine Frage.

00:00:00: - Ja, bitte.

00:00:00: Benutzt du zum speziellen Üben andere Sounds?

00:00:00: Also, das mach ich nämlich beispielsweise.

00:00:00: Also, ich hab zum Beispiel ...

00:00:00: Ich gehe teilweise beim Üben von schnellen Passagen, nehm ich tatsächlich ...

00:00:00: den Drive ein bisschen raus, also den Gain ein bisschen raus, um die Seiten sauberer zu hören.

00:00:00: Ich sag mal, ich spiel eh nicht mit so brutal viel High Gain.

00:00:00: Ich versuch schon immer ...

00:00:00: Für mich ist wichtig, der Amp muss immer irgendwie auch auf den Anschlag reagieren, er muss dynamisch sein.

00:00:00: Und dann üb ich halt lieber mit ein bisschen weniger Gain, ist deutlich schwerer natürlich auch.

00:00:00: Man hört halt auch mehr Fehler.

00:00:00: Ist aber egal, und wenn ich mich dann nicht gut fühle und live spiele, dann kann ich immer noch Pedal davor packen.

00:00:00: Oder ein bisschen Delay oder sonst was.

00:00:00: Dafür sind Overdrives da, Leute.

00:00:00: - Aber, genau.

00:00:00: Dafür sind sie da.

00:00:00: - Lass uns da noch mal kurz einen Bogen schlagen.

00:00:00: Was ist denn zum Beispiel der Vorteil zwischen analog und digital?

00:00:00: Was siehst du da vor und Nachteile?

00:00:00: Was wären für dich da so ein paar Vor- und Nachteile?

00:00:00: Analog, jetzt auch Pedale und ...

00:00:00: - Nee, nee, das muss nur bei Amps reden.

00:00:00: Nur bei Amps.

00:00:00: - Jaja.

00:00:00: Ausfallsicherheit ist, glaub ich, nicht so gut.

00:00:00: Und also, wenn ich jetzt auf eine Röhre denke, die ist sehr davon abhängig, wie die Umgebung ist.

00:00:00: Ob’s da kalt ist, warm ist und so, die hören sich dann anders an.

00:00:00: Das ist ein Nachteil, den man halt mit einem digital nicht hat.

00:00:00: Es ist ...

00:00:00: - Kann höchstens die Verschleiferschnitte.

00:00:00: Jeder Röhrenamp klingt halt anders, auch wenn es das gleiche Modell ist.

00:00:00: Das heißt, wenn wir ein Röhren ...

00:00:00: - Blau Bauteile.

00:00:00: Selbst wenn du zwei Röhrenamps mitnimmst auf die Bühne ...

00:00:00: Toleranzen, Empotis.

00:00:00: - ...

00:00:00: wird der zweite anders klingen, wenn der eine kaputtgeht.

00:00:00: Das sind definitiv Nachteile vom Röhrenamp.

00:00:00: Und ich versteh auch viele ...

00:00:00: - Du musst viel schleppen.

00:00:00: Ich versteh auch viele, die dann sagen, die mögen das.

00:00:00: Weil es halt so ein bisschen ...

00:00:00: Es ist jedes Mal ein kleines Abenteuer.

00:00:00: Weil du halt nie weißt, wie reagiert der Amp heute.

00:00:00: Wie ...

00:00:00: Zum Beispiel mag jetzt ’n bisschen utopisch klingen, aber wie ist jetzt der Strom, da wo du spielst?

00:00:00: Hast du Schwankungen im Stromnetz?

00:00:00: - Ja.

00:00:00: Weil es reagiert ja auf Strom.

00:00:00: Und wie anfällig sind die Röhren?

00:00:00: Sind die noch gut?

00:00:00: Und solche Geschichten halt.

00:00:00: Und ich kenn sogar Leute, die sich ganz bewusst amerikanische Ampmodelle kaufen und sich dann Trafroder zwischenbauen.

00:00:00: Womit die dann die Volt anpassen können, um den heißer zu machen und so ’n Quatsch.

00:00:00: Alter, das muss man alles schleppen, und es ist anfällig.

00:00:00: Es ist anfällig wie Sau.

00:00:00: Wenn so ein Röhrenamp ausfällt, fällt der aus.

00:00:00: Also, ich mag beides.

00:00:00: Also, für mich ist der ...

00:00:00: - Ja, das mag ich auch.

00:00:00: Also, das ist mal davon ab.

00:00:00: Ich liebe Röhren.

00:00:00: Ich würde auch niemals sagen "versus".

00:00:00: Ich find das albern, weil am Ende des Tages sind’s alles Werkzeuge.

00:00:00: Ja, das sind zwei Sachen.

00:00:00: Ich finde, wenn ich jetzt ’ne bestimmte Musikrichtung machen würde, wenn ich jetzt zum Beispiel Postrock machen würde ...

00:00:00: Was würdest du machen?

00:00:00: - Postrock.

00:00:00: Postrock.

00:00:00: - Ja, so sphärische, ambient, gitarrenlastige Säuselmusik.

00:00:00: - Ja.

00:00:00: Mit ’n bisschen Heavy drin, ne?

00:00:00: Das ist ’n Bereich, da würd ich, wenn ich das wirklich richtig betreiben würde, auf ’n analoges Setup gehen.

00:00:00: Weil das ist ’n Feeling, was mir transportiert wird.

00:00:00: Also, ich wüsste jetzt nicht, ob ich das so eins zu eins mit digitalen Geräten abdecken könnte, ne?

00:00:00: Und ich glaub, da ist das extrem wichtig, diese Dynamik auch im Spielgefühl zu haben und so.

00:00:00: Aber für andere Musik, für Metal, also für Standard-Metal oder so, ist das Quatsch.

00:00:00: Ich weiß nicht, da brauch ich ’n Gain.

00:00:00: Ich bin auch der Meinung, ’n Highgain-Sound ist einfacher zu basteln als halt ’n guter Drive-Sound, mit dem man viel machen kann.

00:00:00: Na, aber ...

00:00:00: da wär ich ...

00:00:00: Ich glaub, ja, das ist so ’n bisschen ...

00:00:00: Ich glaub, tatsächlich Postrock wäre das Einzige, wo ich komplett analog fahren würde.

00:00:00: Und dann auch, egal mit was für Pedalen, da würd ich, weiß nicht, ’n Analog-Delay reinpacken.

00:00:00: Kann man deswegen auch nur ’n paar Euro kosten.

00:00:00: Und dann ist das viel weniger, desto geiler.

00:00:00: Möglichst mit dem, was man hat, den geilsten Sound rauszukitzeln.

00:00:00: Genau, das ist ’n sehr guter Punkt, das wollt ich auch noch sagen.

00:00:00: Weil am Ende des Tages ist es eigentlich egal, womit du auf der Bühne stehst oder im Proberaum oder zu Hause.

00:00:00: Jetzt kommt der entscheidende Punkt.

00:00:00: Setz dich damit auseinander, lern das Teil.

00:00:00: Da ist immer ’ne Lernkurve.

00:00:00: Ich vergleich’s immer wie das Spielen von einem Instrument.

00:00:00: So, wenn du kannst jetzt ’ne superteure Ibanez kaufen oder ’ne Kaipo oder ’ne Music Man, wirst du dadurch zu John Petrucci oder Steve Luqueta?

00:00:00: Natürlich nicht.

00:00:00: - Auf jeden Fall.

00:00:00: Das heißt, du musst dich damit hinsetzen.

00:00:00: Ja, genau, hinsetzen und üben.

00:00:00: Es fühlt sich vielleicht besser an, ja, okay.

00:00:00: Und dass dasselbe, egal welches Produkt du jetzt nutzt, lern es kennen, liest die scheiß Bedienungsanleitung.

00:00:00: Das ist auch so ’n Ding.

00:00:00: Weil einfach mal machen, ich mein, die Leute machen sich Gedanken darüber.

00:00:00: - Ja.

00:00:00: - Guck dir Videos an.

00:00:00: Probier selber ’n bisschen aus, lern das kennen, was geht, was geht nicht so gut.

00:00:00: Und dann ist man eigentlich in der Lage, mit jedem dieser Geräte sehr gut zu klingen.

00:00:00: Bis hervorragend.

00:00:00: Ja, oder ...

00:00:00: - Alles andere ist dann ...

00:00:00: Alles andere ist dann so ’n bisschen ...

00:00:00: Was brauch ich zum Beispiel, womit komm ich gut klar?

00:00:00: Brauch ich ’n Touchdisplay?

00:00:00: Brauch ich das?

00:00:00: So.

00:00:00: Brauch ich ’ne sehr gute Qualität von den Effekten?

00:00:00: Oder krieg ich das so hin, dass es an ’ner Mix trotzdem gut klingt?

00:00:00: Das sind so Dinge, ich glaube, das ist eher ’n Verkaufsargument.

00:00:00: Oder wenn man jetzt drüber nachdenkt, was kauf ich mir denn jetzt?

00:00:00: Kaufe ich mir jetzt ’n Tonex, ’nen Squad Cortex, ’nen XFX?

00:00:00: Das sind halt alles so Fragen.

00:00:00: A, die Kosten, B, Convenience.

00:00:00: Was ist für mich am leichtesten?

00:00:00: Muss ich viel reisen?

00:00:00: Bin ich nur zu Hause, im Studio?

00:00:00: Will ich die möglichst beste Qualität von bestimmten Effekten oder Amps haben?

00:00:00: Und ich sag mal, aus allen Geräten, ich hab alle gehabt.

00:00:00: Ich hab das Helix gehabt, Squad Cortex, Fractal, Ampero, "Schieß mich tot", Line 6, alles.

00:00:00: So, und ich kann dir sagen, du kannst mit allen Dingen super, super, super gut klingen.

00:00:00: Ja, ich hab tatsächlich letztens noch mit so ’nem alten ...

00:00:00: Was war das?

00:00:00: Line 6, diese ...

00:00:00: diese Bohne ...

00:00:00: - Mhm.

00:00:00: mal gespielt und war erstaunt, wie gut das Ding klingt noch.

00:00:00: Ja.

00:00:00: - Und wie direkt dieses digitale Gerät auch angesprochen hat, lustigerweise.

00:00:00: Also, war ich auch ziemlich ...

00:00:00: hat mich ziemlich gewundert.

00:00:00: Und das ist auch so ein Ding von der analogen Welt, weil wenn du jetzt ’nen Amp nimmst und du weißt nicht, wie man den vernünftig einstellt, wird er nicht besser klingen, im schlimmsten Fall sogar viel schlimmer.

00:00:00: Das ist halt auch so, man sollte immer wissen, wie verhält sich der Amp, auch da ist ’ne Lernkurve.

00:00:00: Es gibt Amps, die sind einfacher, einzuwählen.

00:00:00: Aber Amps wie Mesabugi, wenn du dich da nicht auskennst und du drehst den Bass überhaupt höher als eins oder zwei, hast du schon ’n Riesenproblem.

00:00:00: Das ist ...

00:00:00: bei dem Wolfstate damals war’s tatsächlich so ...

00:00:00: Der hatte einen Sweetspot-Sound, hatte ich das Gefühl irgendwie.

00:00:00: Ich hab den tatsächlich dann irgendwann nur noch clean gespielt und Pedale vorgepackt.

00:00:00: Also, Paul Gilbert-Style halt quasi nur den Clean-Kanal benutzt.

00:00:00: Und den hast du über Pedale.

00:00:00: - Ein super Beispiel.

00:00:00: Wenn du da zum Beispiel alte Videos anguckst, geil, was der spielt, wenn du mal nur auf den Klang achtest, würdest du erst denken, das klingt eigentlich fürchterlich, aber es ist supergeil, was der spielt, und irgendwie passt das dann so perfekt zusammen.

00:00:00: Ist aber auch ein Tüftler.

00:00:00: - Da sind wir wieder fast egal.

00:00:00: Ja, aber gut, Paul Gilbert spielt ja analog Pedale größtenteils.

00:00:00: Mittlerweile.

00:00:00: - Pedale an sich.

00:00:00: Ja, ja, ja.

00:00:00: Und er macht das, hat er immer gesagt, weil er spielt am liebsten Standardpedale und nicht Boutique.

00:00:00: Weil er die im Notfall, wenn eins kaputtgeht, in jedem Gitarrenladen nachkaufen kann.

00:00:00: Ja, da merkt man, dass er viel touert.

00:00:00: Ja, absolut, klar.

00:00:00: Oder, ich weiß nicht, bei Petrucci war das, glaub ich, mit den Sounds so, der hat mehrere FM9 ...

00:00:00: Nee, Quatsch, nicht FM9.

00:00:00: Der hat die Rack-Tiland, glaub ich.

00:00:00: - Ja, der hat die.

00:00:00: Genau.

00:00:00: - Hexatex 3.

00:00:00: Eins auf Backup oder so was.

00:00:00: - Genau.

00:00:00: Über früher hatte er auch ...

00:00:00: Der ist jemand, der sehr dahinter ist.

00:00:00: Der guckt alle möglichen Amps aus, probiert.

00:00:00: Der hat einen Riesen-Rack, kennt sich mit Effekten aus.

00:00:00: Das ist auch eine Lernkurve.

00:00:00: Der hat auch vorher diese Tri-Axis-Geschichten gespielt.

00:00:00: So eine Findungsphase auch.

00:00:00: - Ja.

00:00:00: Das noch und Sie ...

00:00:00: - Ah, stopp, stopp, stopp.

00:00:00: Ein ganz wichtiger Punkt.

00:00:00: Auch immer so ein Argument.

00:00:00: Viele sagen dann zum Beispiel, ja, digital alles geil, aber das klingt ja irgendwie alles gleich.

00:00:00: So, da muss ich einen Riesen ...

00:00:00: - Nein.

00:00:00: Da muss ich Riesen gegenreden, weil das Ding ist ...

00:00:00: Ähm ...

00:00:00: Natürlich, wenn du jetzt das Preset eins zu eins übernimmst, so wie es ist ...

00:00:00: Na?

00:00:00: Äh ...

00:00:00: - Wer macht das schon?

00:00:00: Presets sind nix.

00:00:00: Du musst immer selber einwählen.

00:00:00: Wie in der letzten Folge schon richtig gesagt wurde, sind dafür da, mal schnell durch das Multi-Effekt oder was auch immer durchzugehen, zu hören, was kann das Ding, was gefällt einem, und dann baut man sich das selber zusammen.

00:00:00: Absolut.

00:00:00: - Also, das ist auch so ein Punkt ...

00:00:00: mit Effektsketten und ...

00:00:00: Also, wie man was wie schaltet und so was.

00:00:00: Das ist halt auch ein Learning, womit man sich so ein bisschen auseinandersetzen sollte.

00:00:00: Genau.

00:00:00: - Oder wie verkabel ich überhaupt dann ...

00:00:00: mein ...

00:00:00: Amp mit meinem Effektgerät und so was sinnvoll mit ...

00:00:00: weiß nicht, gibt ja diese ...

00:00:00: Wie heißt das?

00:00:00: Nee.

00:00:00: Two-Cable, Four-Cable-Methoden.

00:00:00: - Four-Cable, genau.

00:00:00: Ja, Four-Cable war’s, genau.

00:00:00: Wie funktioniert das überhaupt und so?

00:00:00: Das sind so Sachen ...

00:00:00: Das ist aber schon, ich sag mal, da muss man’s schon ...

00:00:00: Bock drauf haben.

00:00:00: - Ja.

00:00:00: Und vor allen Dingen der Vorteil, auch da muss man wieder tiefer einsteigen, aber du hast digital die Möglichkeit, solche Dinge zu machen, die du analog niemals machen könntest.

00:00:00: Oder mal eben schnell machen könntest.

00:00:00: Natürlich kann man gucken, wie klingt der Chorus, wenn er da hinter ist, das kann man schnell umbauen.

00:00:00: Relativ schnell.

00:00:00: Aber digital musst du einen Mausklick zur Seite schieben, um einfach mal so einen Höreindruck zu bekommen.

00:00:00: Es kann ja irgendwann mal sein, dass der Punkt kommt, und du spielst digital und merkst, ja, ich hab das jetzt alles, aber irgendwie spiel ich immer nur eine bestimmte Art von M.

00:00:00: Dass du dann sagst, weißt du was?

00:00:00: - Den kauf ich mir.

00:00:00: So einen kauf ich mir.

00:00:00: Genau.

00:00:00: Dann hast du vielleicht auch deinen Sound gefunden und musst nicht vorher 5.000 Röhren-Ms kaufen, um festzustellen, dass irgendwie noch nichts dabei gewesen ist.

00:00:00: Ich finde, auch da ist digital ganz geil, weil du erst mal ein Bild machen kannst.

00:00:00: Und dann sagen kannst, ich möchte das in Analog haben, weil ich’s cool finde, das zu haben.

00:00:00: Ja, was geil ist, und weil ich vielleicht noch ein bisschen feiner am Sound arbeiten will.

00:00:00: Ich meine, ich kann ja dann wiederum hingehen, wenn ich ein bisschen Skills dazu habe, und meinen eigenen Sound dann ...

00:00:00: captchern.

00:00:00: Zum Beispiel.

00:00:00: Aber das ist wieder so ein Ding, wo man sich lange mit beschäftigen muss.

00:00:00: Und ...

00:00:00: Es ist halt ...

00:00:00: Man kommt nicht drum rum.

00:00:00: Es gibt keine Shortcuts, auch da nicht.

00:00:00: Auch Thema Sound.

00:00:00: Das ist auch so ein ...

00:00:00: Aber ich glaube, wenn man nicht grade so was wie so ein XFX oder so was kauft, kommt man relativ einfach erst mal rein.

00:00:00: Ja.

00:00:00: - Bevor man in die Details eigentlich geht.

00:00:00: Das finde ich eigentlich ...

00:00:00: - Deswegen sag ich am Anfang ...

00:00:00: Das mag ich beim Tonex.

00:00:00: - Ja, genau.

00:00:00: Der Tonex ist für mich eigentlich nur ein Verstärkerersatz.

00:00:00: Ich benutze den wie ein Verstärker, wie ich früher meinen Verstärker benutzt habe, also das Pedal jetzt.

00:00:00: Und ich benutze meine Pedale, so wie ich die auch von einem normalen Verstärker oder in den Effektweg nutzen würde.

00:00:00: Genau.

00:00:00: - Nur dass ich halt da die Möglichkeit habe, immer ein bisschen hin und her zu spielen.

00:00:00: Und genauso benutze ich das.

00:00:00: Und das ist so eine Mischung aus Analogpedalen und dem Tonex und so.

00:00:00: Und ich finde, das verbindet irgendwie diese beiden Welten ganz schön.

00:00:00: Total.

00:00:00: - Aber als ich jetzt die letzte Folge mit euren Delays und so gehört habe und wie ich gehört habe, wie schön die Presets von dem ...

00:00:00: von dem XFX klingen, ist das schon beeindruckend gut, was da rauskommt.

00:00:00: - Du meinst jetzt die Effekte?

00:00:00: Ja, das war ...

00:00:00: - Ja, klar.

00:00:00: Manche waren ja wirklich hammer, wo ich dachte, das klingt ...

00:00:00: Klingt wirklich einfach ...

00:00:00: - Ich hatte gestern meine erste Probe.

00:00:00: Mit dem Frac.

00:00:00: - Ah ja, erzähl mal.

00:00:00: Das war gigantisch.

00:00:00: Also grade ...

00:00:00: war sehr erstaunt, wie unfassbar gut es sich ...

00:00:00: Ich hab vorher bis drum getweekt und mir meinen Sound eingestellt, so nach den üblichen Methoden, wie ich das mache.

00:00:00: Und super dynamisch, perfekt im Bandmix.

00:00:00: Der andere Gitarrist hat sich die Gitarre genommen, hat auch mal gespielt, unfassbar.

00:00:00: Natürlich ist es nicht ganz so ...

00:00:00: - Aber das ist halt Profi.

00:00:00: Vom Spielgefühl her ...

00:00:00: Jaja, natürlich.

00:00:00: Spielgefühl im Reihenröhren- Amp, da können wir gleich auch noch mal ganz kurz das anschneiden, ist auch noch mal ein anderes.

00:00:00: Aber es war perfekt.

00:00:00: Die Effekte, gigantisch gut.

00:00:00: Ja, die Latenz ist auch vorbildlich bei dem Gerät.

00:00:00: Ja, sprechen wir wirklich von ...

00:00:00: keine Ahnung.

00:00:00: Ich weiß noch nicht mal, wie viel.

00:00:00: - Zwei, drei Millisekunden.

00:00:00: Wenn überhaupt.

00:00:00: Ich meine 2,2 oder so.

00:00:00: Wenn du vielleicht ganz viel drin hast in dem Preset oder Sounds benutzt.

00:00:00: Der Tonex ist aber auch ganz geil, der ist unter drei Millisekunden.

00:00:00: Ja, na ja, das pedal ist, glaub ich, 3, ...

00:00:00: Ach so, kann sein, dass das ein bisschen Upgrade wurde.

00:00:00: Noch geiler ist es, wenn du das Tonex One hast.

00:00:00: Das hat noch geringere Latenz, minimal.

00:00:00: Ja, das hat noch mehr Kug an.

00:00:00: - Ja, ja.

00:00:00: Das ist noch mal ein bisschen direkter.

00:00:00: Das merk ich tatsächlich.

00:00:00: Den Unterschied merk ich da zwischen dem Tonex Mini und dem normalen Pedal.

00:00:00: Auch wenn’s nur ganz gering ist, aber da bild ich mir das zumindest ein, das zu fühlen.

00:00:00: Aber du ...

00:00:00: im Proberaum hast du jetzt aber wirklich nur das reine FM9 benutzt.

00:00:00: Das FM9, aber natürlich über meine Gitarrenbox.

00:00:00: Das selbe Setup.

00:00:00: Ich bin wieder in den Class D-Amp.

00:00:00: - Genau, wieder die.

00:00:00: Genau dasselbe.

00:00:00: Wieder IA.

00:00:00: Hab mir den Sound hier über Monitore gemacht, dass das geil klingt.

00:00:00: Im Proberaum über die Box.

00:00:00: Ich weiß, welche IAs ich benutze, wie’s im Proberaum klingt.

00:00:00: Wenn ich das hier über meine Boxen höre, klingt’s manchmal ein bisschen ...

00:00:00: Das ist halt dieser Effekt.

00:00:00: Da würd ich mir wünschen, ein bisschen mehr Bass, ein bisschen mehr Höhen, weniger Mitten.

00:00:00: Aber das ist halt die Falle.

00:00:00: Das heißt, wenn ich hier spiele im Studio, da nehm ich mir, grade wenn ich nicht so laut spiele, andere IAs, wo ich weiß, die funktionieren leise gut, das ist ja auch ein bisschen Spaß zu spielen.

00:00:00: Das ist dann auch ...

00:00:00: - Ich mein, anpassen ...

00:00:00: Oder du nimmst einfach einen Equalizer.

00:00:00: Mein Gott, nimmst du das und schaltest dir bei Cubase einen Equalizer rein.

00:00:00: Oder kannst du es auch beim FM9, kannst du dir danach einen Equalizer machen.

00:00:00: Und schiebst dir das ein bisschen, dass es so für dich passt.

00:00:00: Deine Ohren gewöhnen sich da relativ schnell dran.

00:00:00: Du musst ja jetzt dann auch weniger schleppen.

00:00:00: Genau.

00:00:00: Und was ich gestern auch probiert hab, weil ich mag ja auch analoge Overdrive-Pedale.

00:00:00: Ich hab das Rodenberg Steve Luqueta-Pedal davor geschaltet.

00:00:00: Und muss wirklich sagen, dass ich noch kein digitales Gerät hatte, was ...

00:00:00: analoge Pedale so gut annimmt.

00:00:00: Das war wirklich der Hammer.

00:00:00: Ich fand das jetzt schon beim Tonex ganz geil.

00:00:00: Beim Tonex ist cool, aber beim XFX ist das der Hammer.

00:00:00: Oder FM9.

00:00:00: Noch mal einen Ticken besser.

00:00:00: Da liegen halt auch noch mal 2000 Euro dazwischen, ne?

00:00:00: Das darf man alles nicht vergessen.

00:00:00: Und ich glaube auch tatsächlich, dass eine Einheit ist für jemanden, der weiß, was er machen möchte.

00:00:00: Das heißt, du kannst hier niemanden, der anfängt mit digital, würd ich niemals empfehlen, sich einen Fractal zu kaufen.

00:00:00: Weil es ist halt echt nicht so ohne.

00:00:00: Was ich mir aber immer so vorstelle, wenn ich jetzt zum Beispiel ...

00:00:00: Ich sag mal, ich mach jetzt Boss Rock.

00:00:00: Da brauch ich halt wirklich geile Delay-Pedale und Halle und all so ’n Kram.

00:00:00: Da bin ich locker bei 16, 1700 Euro alleine für die Pedale.

00:00:00: Und hast noch die Kabel, hast die Anfälligkeiten.

00:00:00: Die Kabel müssen gut sein, genau.

00:00:00: Das muss da alles rein.

00:00:00: Und du brauchst noch ’n Amp und noch XYZ.

00:00:00: Da bist du locker auch beim Preis von so ’nem FM9.

00:00:00: Ja, guck dir zum Beispiel mal Dweezl Zepa an.

00:00:00: Der hat ja, wenn der live spielt, früher Kühlschränke gehabt von analogen Sachen.

00:00:00: Zwei oder drei, wenn nicht sogar noch mehr.

00:00:00: Um jetzt quasi, um damals die Sounds nachzuempfinden.

00:00:00: Von seinem Vater.

00:00:00: - Von Wesley Gerät.

00:00:00: Alles Mögliche.

00:00:00: - Sprecheranwürdend.

00:00:00: Alles Mögliche.

00:00:00: Der benutzt jetzt auch zwei XFX3, glaub ich.

00:00:00: Weil da auf jeder Seite irgendwie andere Effekte teilweise auch hat.

00:00:00: Das ist schon sehr crazy shit, das muss man ja auch nicht machen.

00:00:00: Ich bin zum Beispiel auch nicht so jemand, der 1000 Effekte braucht.

00:00:00: Aber mir ist wichtig, dass die Qualität der Effekte geil ist.

00:00:00: Ich will ’n geiles Delay, ’n super Halle haben.

00:00:00: Das ist mir wichtig.

00:00:00: Das ist zum Beispiel bei Tonex, ist mir aufgefallen, das ist ja mittlerweile eingebaut.

00:00:00: Der Reverb ist geil, der Plate Reverb ist super.

00:00:00: Oh, der ist schon gut.

00:00:00: (Er stöhnt.) Doch, doch, der ist schon gut.

00:00:00: Ich hab bisher meist mit dem Delay rumgespielt.

00:00:00: Ich muss sagen, dass mein externes Delay doch ...

00:00:00: Ich hab ja den Flashback ...

00:00:00: Du darfst eine Sache nicht vergessen.

00:00:00: Das ist zusätzlich als Free-Upgrade dazugekommen.

00:00:00: Genau, das ist viel gewünscht.

00:00:00: - Ich mach alles mit.

00:00:00: Das ist nicht, wie andere Companies das machen, dass du da noch mal schön blechen musst, oder du fängst quasi.

00:00:00: Ja, genau, exakt.

00:00:00: (Lachen) Und dafür find ich das echt schon sehr brauchbar.

00:00:00: Jaja.

00:00:00: - Das kann man schon gut nutzen.

00:00:00: Ja, klar, ich mein, was man hat, hat man.

00:00:00: Also, man muss es ja nicht nutzen.

00:00:00: Aber mir ist aufgefallen, bei bestimmten Delay-Effekten ...

00:00:00: Es klingt schon mit diesem Flashback, was ich da habe.

00:00:00: Ich hab ja so ’n Flashback, das Einzelpedal, nicht dieses riesige Teil.

00:00:00: Das klingt schon ziemlich geil damit.

00:00:00: Und den Chorus da drin find ich eigentlich schon wieder ganz gut.

00:00:00: Muss ich sagen.

00:00:00: Und ...

00:00:00: ja.

00:00:00: Ich bin da sehr zufrieden mit.

00:00:00: Das ist die Hauptsache.

00:00:00: Solange du deinen Sound hinbekommst, den du dir vorstellst, ist das doch sehr gut.

00:00:00: Vielleicht fassen wir noch mal ein bisschen zusammen.

00:00:00: Genau.

00:00:00: - Würd ich sagen.

00:00:00: Also, mein Setup wäre jetzt ...

00:00:00: Also, für mich, ich sag mal, wie ich das aktuell zu Hause habe, als Zusammenfassung.

00:00:00: Ich hab hier mein ...

00:00:00: Ich spiele meist natürlich über den Rechner, über VST-Plugins und so.

00:00:00: In den meisten Fällen.

00:00:00: Aber ich hab auch das Pedal, was ich auch direkt an den Rechner anschließe.

00:00:00: Was hab ich davor?

00:00:00: Ein einfaches Overdrive davor.

00:00:00: Ich hab den Tonex.

00:00:00: Und ich habe das Delay.

00:00:00: Das Einzige, was mich jetzt noch ’n bisschen stört, und vielleicht, die Frage musst du mir unbedingt noch beantworten.

00:00:00: Wie krieg ich diesen Output vernünftig hin?

00:00:00: Der Output vom Tonex ist sehr, sehr leise.

00:00:00: Jajaja.

00:00:00: - Genau.

00:00:00: Und dem fehlen gefühlt 20 dB.

00:00:00: Absolut.

00:00:00: Ich würd zum Beispiel so machen, wenn du eh nur zu Hause über den Rechner spielst.

00:00:00: Nutzt die Software, dafür ist er da.

00:00:00: So hab ich’s jetzt gemacht.

00:00:00: Ich hab den voll aufgedreht.

00:00:00: Auf dem Pedal ist genau dasselbe drauf.

00:00:00: Trotzdem, es gibt auch, weiß nicht, wen man kennt, Leo Gibson heißt der, glaub ich.

00:00:00: Genau, der macht auch immer so Vergleiche.

00:00:00: Der ist ein Leo Gibson.

00:00:00: Der hat auch immer die gleichen Geschichten.

00:00:00: Und es ist halt so auch ...

00:00:00: Die Software klingt noch mal ’n Ticken besser.

00:00:00: Oder anders als die Hardware.

00:00:00: Ist tatsächlich so.

00:00:00: - Das sind wirklich minimale Nuancen.

00:00:00: Wir reden nicht von Weltenunterschieden.

00:00:00: Da muss man schon sehr feine Ohren haben, um das zu hören.

00:00:00: Sag ich jetzt mal.

00:00:00: Im Mix hinterher.

00:00:00: Im Mix heißt das sowieso nicht mehr.

00:00:00: Mein nächster Weg, wie ich das hier ...

00:00:00: Ich werd mir auf jeden Fall da ...

00:00:00: - Lass uns darüber sprechen.

00:00:00: Ich würde das jetzt auf jeden Fall noch irgendwann erweitern wollen, um einen Booster, den ich hinten dranhänge.

00:00:00: Also einen sehr neutralen.

00:00:00: Das wollt ich dir grade sagen, weil du brauchst gut zehn bis 15 dB, musst du da schon anpusten.

00:00:00: Das ist ein sehr schwaches Signal, was da rauskommt.

00:00:00: Es kommt drauf an, was du für ein Poweramp passt.

00:00:00: Wenn du ein Poweramp hast, der das zum Beispiel die FriHat Powerstation ...

00:00:00: Röhren ...

00:00:00: Röhrenapplikation, dann ist das überhaupt kein Problem.

00:00:00: Aber mit dem Hardy-Benden-Teil ...

00:00:00: Harley-Davidson-Teil ...

00:00:00: Harley-Davidson.

00:00:00: - Da brauchst du mehr Pegel, wenn du mit einem lauten Schlagzeuger mithalten willst.

00:00:00: Das wär so mein Weg.

00:00:00: Ich würde das auch so machen.

00:00:00: Ich würd einen Booster noch zwischenschalten.

00:00:00: Ich lieb Eulge ja auch mit dem Class-D-Amp.

00:00:00: Mhm.

00:00:00: - Weil hier meine Combo, die hat auch so was Ähnliches.

00:00:00: Das funktioniert ganz gut.

00:00:00: Aber halt so leise.

00:00:00: Jetzt könnte man einmal ganz kurz das Argument noch einwerfen, man könnte jetzt vom Röhren ...

00:00:00: Man könnte auch theoretisch in den Return vom Röhrenamp gehen.

00:00:00: Und da die Endstufe nutzen, gibt’s nur einen gewaltigen Nachteil.

00:00:00: Zumindest wenn’s ums Thema Captures geht, wo quasi die Endstufe mit da drin ist.

00:00:00: Weil du hast dann zwei Endstufen, die miteinander kollabieren.

00:00:00: Das kann nicht geil klingen.

00:00:00: Ja, bei mir geht’s so halbwegs, ne?

00:00:00: Aber ...

00:00:00: - Es kommt auf die Lautstärke drauf an.

00:00:00: Das ist da ...

00:00:00: - Zu Hause passt ...

00:00:00: Genau, zu Hause klingt das super.

00:00:00: Dann machst du’s laut und hast diesen Effekt.

00:00:00: Ja, dann kommt der Bass unten rum.

00:00:00: - Mhm.

00:00:00: Ja, ja.

00:00:00: Genau, das wär so mein Weg.

00:00:00: Und mit dem Impuls-Response bin ich mir noch nicht so sicher, ob ich die extern mache.

00:00:00: Aber wahrscheinlich, wenn ich irgendwann im Proberaum ...

00:00:00: Ich hoffe ja, dass ich irgendwann mal dieses Jahr ein paar Leute finde, mit denen ich Musik machen kann.

00:00:00: Unbedingt.

00:00:00: Dann würd ich da wahrscheinlich auch drüber nachdenken, das zu splitten und so.

00:00:00: Das ist schon eine gute Idee.

00:00:00: Ich finde ...

00:00:00: Und der Ansatz ...

00:00:00: von Fabian, finde ich, ist auch nicht so kostenintensiv wie andere Ansätze.

00:00:00: Du kannst ja natürlich auch eine supertolle Full-Range-Box kaufen.

00:00:00: Ja, aber ...

00:00:00: - 6, 700 Euro, dann bist du ungefähr auf demselben Niveau.

00:00:00: Ja, eben.

00:00:00: Und ich bin Variabler mit allem.

00:00:00: Deswegen ...

00:00:00: Ich bin ja immer so ein Preis-Leistungssucher.

00:00:00: Und deswegen bin ich auch auf Sonics gekommen.

00:00:00: Das klingt einfach gut für das ...

00:00:00: Absolut.

00:00:00: - Für 350 Euro mittlerweile.

00:00:00: Ich hab noch 500 bezahlt.

00:00:00: Ich hab auch am Anfang sehr viel bezahlt.

00:00:00: Ja, ja, das ist Einsteigspreis und so.

00:00:00: Aber wie gesagt, ich hab damit fast ...

00:00:00: Ich weiß gar nicht, anderthalb oder zwei Jahre sind gespielt.

00:00:00: Und waren glücklicher und zufriedener.

00:00:00: Ich bin mal gespannt, wie es mit einem anderen Setup ...

00:00:00: Ja, natürlich, das wird sich dann in Zukunft zeigen, aber bisher hab ich eigentlich nur Vorteile davon gehabt.

00:00:00: Ähm ...

00:00:00: - Hm?

00:00:00: Ja, also ich bin mir da sehr sicher, dass das ...

00:00:00: Auf jeden Fall ...

00:00:00: Ich kann ja mehrere Setups nutzen.

00:00:00: Das ist der Vorteil, wenn du mehrere Sachen hast, probier’s aus.

00:00:00: Warum nicht?

00:00:00: - Wir können alle in den Rabbit Hall.

00:00:00: Nee, für mich ist das kein Rabbit Hall.

00:00:00: Ich weiß, was ich will.

00:00:00: Und ich weiß, welchen Sounds ich brauche.

00:00:00: Ich bin jetzt auch nicht mehr so ein Typ, der ständig neue M-Typen ...

00:00:00: Auch in dem Fractal, ich hab nicht alle M’s ausprobiert.

00:00:00: Aber das mag ich, das sind meistens Marshall-Sounds.

00:00:00: Ich mag auch ein bisschen Boogie-Sounds, coole Clean-Sounds noch finden.

00:00:00: Dann muss ich mir nicht jeden einzelnen Amp anhören, weil es ist mir vollkommen wumpe.

00:00:00: - Warum auch?

00:00:00: Es sei denn, du hast grad mal Bock auf einen AC-30 oder so was.

00:00:00: Ja, mag ich auch sehr gern.

00:00:00: Weil du da grad Bock drauf hast, dann guckst du in dem Moment nach.

00:00:00: Dann ist das Spielerei, wenn ich Zeit hab.

00:00:00: Ich weiß, was ich in der Band brauche, das find ich wichtiger.

00:00:00: Zwei Bandprojekte, da weiß ich, was ich da brauche.

00:00:00: Das ist was anderes, das passt schon.

00:00:00: Und in der Deutschrockband, da kann ich dann auch schon mal ein bisschen ausprobieren und gucken, was passt.

00:00:00: Ja, cool.

00:00:00: Aber was mich mal interessieren würde, ob unsere Zuschauer, was die so benutzen, das wär mal spannend.

00:00:00: Also, gerne auch mal in den Discord-Channel, die Mädels und Jungs, die grade zuhören.

00:00:00: Schreibt ruhig mal rein, was ihr so nutzt und wie das bei euch so aussieht, was ihr für Probleme habt.

00:00:00: Da kann man sicherlich gut drüber diskutieren.

00:00:00: Links findet ihr eine Show Notes im Discord-Channel.

00:00:00: Ihr könnt aber natürlich auch überall anders uns kontaktieren.

00:00:00: Facebook und Co.

00:00:00: - Genau.

00:00:00: Lasst eine gute Bewertung da, Fünf-Stern-Review.

00:00:00: Ja.

00:00:00: Das macht sonst immer der Justen.

00:00:00: Genau.

00:00:00: Kauft unsere Kurse, Zen of Speedpicking und natürlich meine Improvisationskurse.

00:00:00: Schaut auf meiner Website vorbei, "Nuff Justens".

00:00:00: Nein, aber ich würd mich echt freuen, wenn wir ein paar Diskussionen darüber führen können.

00:00:00: Aktuell geht das richtig cool ab im Discord-Channel.

00:00:00: Ja, ist gut.

00:00:00: - Da ist wirklich viel Unterhaltung mittlerweile.

00:00:00: Ich bin immer noch verhaltener, was das Kommentieren angeht, aber ich guck meistens schnell durch und bin dann echt ...

00:00:00: Ich muss mir was erinnern, wenn ich Discord ...

00:00:00: Wir haben das Linkproblem jetzt auch gelöst.

00:00:00: Wir hatten einige Anfragen, wo es Probleme gab mit den Einladungslinks.

00:00:00: Und wir haben jetzt einfach so einen Standard-Link erstellt, wo wir ja notfalls den Einladungslink noch mal verändern können.

00:00:00: Aber überall ist das jetzt immer richtig verlinkt.

00:00:00: Also von daher, wenn irgendwas ist, immer einfach anschreiben und kommt rein und sagt hallo.

00:00:00: Unbedingt.

00:00:00: - Ja.

00:00:00: Also in diesem Sinne.

00:00:00: Ja, macht’s gut, Leute.

00:00:00: Schaltet beim nächsten Mal wieder ein.

00:00:00: Wir freuen uns.

00:00:00: Danke dir, Robin, fürs Podcasten.

00:00:00: Nächstes Mal natürlich wieder mit unserem Host.

00:00:00: Yes!

00:00:00: - Alright.

00:00:00: Tschöchens!

00:00:00: - Bis dann, tschau tschau.

00:00:00: [Sie schluchzt] Ich wiederhole das vor containing Barsch.

Über diesen Podcast

Willkommen in den heiligen Hallen der Podcastschmiederei! Bei Let’s Talk Guitar sprechen wir über alles, was das Gitarristenherz höher schlagen lässt – von Saiten und Sound bis hin zu spannenden Einblicken hinter die Kulissen der Gitarrenwelt. Egal, ob du Anfänger bist oder seit Jahren spielst, hier findest du inspirierende Geschichten, wertvolle Tipps und alles, was die wunderbare Welt der Gitarre zu bieten hat.

von und mit Fabian Ratsak, Justin Hombach, Robin Willig

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